— 232 — Mätsch1 einen Frieden zu schliessen. Den Frieden mochten wir nicht aufnehmen ohne unseres Gotteshauses Rat. Und wir wollten das vor unser Gotteshaus bringen. So haben wir unser Gotteshaus ins Engadin einberufen, und wir haben das Ansuchen und die Meinung derer von Zürich' ihnen erzählt und vorgebracht. Da haben uns unsere Gotteshausleute einhellig geantwortet, sie wollten zu dieser Zeit mit denen von Mätsch1 keinen Frieden aufnehmen, weil den Got- teshausleuten alle Tage grosse Beschwernisse und Schaden seitens derer von Mätsch1 zugefügt werde. So haben die Matscher1 auch dem Gotteshaus zugezogene Leute und viele Freunde der Gottes- hausleute vertrieben und die Güter genommen. Das wollten die Gottes- hausleute nicht mehr ertragen, und sie seien entschlossen, nach ihrem Vermögen dazu beizutragen, dass die Güter des Gotteshauses wieder zum Gotteshaus kommen möchten. Deshalb schrieben wir denen von Zürich, dass unser Gotteshaus den Frieden nicht wolle. Unser Gotteshaus mahnte uns ernstlich, ihnen in dieser Sache beizustehen. Also müssen wir mit ihnen an die Etsch ziehen, und ... Abschrift: Regierungsarchiv Vaduz, Schachtel K; acht geheftete Pa- pierblätter 31 X 31 cm, Schrift Anfang 17. Jahrhundert. Auf der ersten Seite steht auf dem linken Rand unten, offensichtlich von gleicher Hand: «Mit dise schrifft mir widerumb / zu rugg schicken, wan Sye abgeschriben, wie auch / die ander nemblich Notam Omnium 
Parochiarum». (Vergleiche dazu die Ur- kunde vom 1394, November. 16. — Dezember 24. «Klagen derer von Matsch weder dz Bistumb»,/. 
— Letztes Blatt auf der Rückseite: «Nota/über die wider- recht - / liehen Eingriffe der / Vögte von Mätsch / gegen das Bisthum Chur / ohne Datum»; mit Bleistift neu: «32, 1394». Druck: Foffa P., Das Bündnerische Münsterthal, Chur 1864, 60 ff.; Ladurner ]., Geschichte d. Vögte von Mätsch, Zeitschr. d. Ferdinandeums, 11. Abtheilung, Innsbruck 1872, Heft 17, besonders S. 20 ff. mit Auszügen nach Foffa. Regesten: Jaeger A., Regesten und urkundliche Daten über das Ver- hältnis Tirols zu den Bischöfen von Chur IV, Archiv f. Kunde österr. Geschichts- Quellen XV, Wien 1856, 355 ff. (Jaegers Regest entspricht nur in einigen Stellen dem Inhalt obiger Abschrift, die weit mehr ausholt; dem Verfasser unserer Abschrift musste aber für die entsprechenden Stellen, das von Jaeger exzerpierte Stück oder eine Abschrift davon zur Verfügung gestanden sein).
        

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