— 224 — von Mätsch26 dem Stift von Chur die zwei Täler verloren. Ohne Schuld unserer Leute und des Gotteshauses ist unserem Stift grosser Schaden widerfahren, mehr denn als 200 Dukaten. Darnach hat der ehrwürdige und wohlgeborene Bischof H a r t m a n n ,32 unser Vorfahr seligen Angedenkens, das Tal Puschlav31 wieder mit grossen Kriegen, Zehrungen und Kosten für unser Gotteshaus erobert. Jtem haben wir von Königen und Kaisern auch Briefe, die wir euch hier zeigen wollen, dass das Gebiet zu Greifenstein,20 Zwing und Bann, unserem Gotteshaus gehört und nicht denen von Mätsch.1 Jtem haben wir auch alte Rödel und Briefe, dass der Halbteil der Festung T a r a s p 
33 mit Leuten und Gütern unserem Gotteshaus sind. Das haben die von Mätsch1 lange Zeit uns vorenthalten, und sie haben es jetzt noch in Besitz. Jtem ist es auch geschriebenes Recht, dass kein weltlicher Herr eines Gotteshauses Vogt sein soll noch mag, er habe denn die Vogtei vom Papst, oder vom Reich, oder durch die Wahl eines Prälaten, um dessen Kapitel zu schirmen, aber nicht durch Verderbnis Willen. Ebenso ist nun uns überliefert von unseren ehrbaren Gotteshaus- leuten und auch anderen ehrbaren Leuten, wie mancher unserer Vor- fahren auf dem Bischofssitz zu Chur, und wie namentlich der ehr- würdige, wohlgeborene Bischof H a r t m a n n32 oft und zu wiederhol- ten Malen die von Mätsch1 gebeten haben, von den Beschwernissen und Listen abzulassen und das Gotteshaus zu entschädigen. Auch ha- ben die Bischöfe öfters die hochgebornen Fürsten, die Herzoge von Österreich angerufen, die von Mätsch1 dazu anzuweisen. Nach langem Mühen und Verhandeln war zwischen Bischof Hartmann32 und denen von Mätsch1 ein Schiedstag vereinbart und abgemacht, nach Maienfeld zu gehen. Zum Tag kam Bischof Hartmann32 mit viel seiner und seines Stiftes Freunde, Gefährten und Gönner. Sie hätten gerne eine Vermittlung angestrebt. Der von Mätsch aber kam nicht zur Versammlung; hiefür sind Bischof H a r t m a n n32 grosse Un- kosten und Ausgaben aufgegangen. Dann zog Bischof Hartmann32 an die Etsch und wollte denen von Mätsch1 die Vogteien zu ge- messen weder gönnen noch diese ihnen überlassen; und er wollte auch nicht, dass seine Untertanen, Geistliche und Laien, leiden; er nahm sie alle zu seinen Handen und unter seinen Schirm.34
        

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