dict gedruckt wurde. Warum ausgerechnet in Chur ? Im näherliegenden Städtchen Feldkirch, das ja jahrhundertelang für Liechtenstein «die Stadt» schlechthin war, bestand schon damals eine Buchdruckerei86). Ein bestimmter Grund für die Bevorzugung der Churer Druckereien fehlt. Allerdings hatte Chur immer eine hervorragende Bedeutung für das Fürstentum als Bischofsstadt. Ist es nicht möglich, dass entweder der damalige Schulenoberinspektor, der Bündner Carigiet, oder aber (wenigstens bei der 1844er Ausgabe) der damalige Vize-Rektor der Bündner Kantonsschule, Prof. Peter Kaiser87), persönliche Beziehungen zu den betreffenden Druckereien besassen und günstige Konditionen vermittelten ? Wer weiss ? Im Jahre 1852 kam der Zollvertrag mit Österreich zustande und damit wurden die schon bestehenden wirtschaftlichen Verbindungen zum grossen Nachbarland bekräftigt. Es ist also nicht verwunderlich, dass die nächsten liechtensteinischen Schulbücher in Österreich ge- druckt wurden. Die erste Auflage der Landeskunde von David Rhein- berger wurde bei der Wagnerschen Universitäts-Buchdruckerei in Inns- bruck hergestellt, während die vier Bände der ersten Auflage der Mocnikschen Rechenbücher am Erscheinungsorte der Originalausgabe gedruckt wurden, und zwar von der k. k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien. Dann kam eine längere Periode (über 30 Jahre), wo die Druckauf- träge mit wenig Ausnahmen an die Buchdruckerei J. Kuhn in Buchs vergeben wurden. Diese angesehene Offizin stellte folgende Werke her: Die 2. Auflage der Landeskunde, die deutsche Sprachlehre, die 2. Auf- lage der beiden Mocnikschen Rechenbücher, das Geschäftsaufsatzbuch, dann'die beiden Lesebücher aus den Jahren 1914 und 1916. Inzwischen wurde die 3. Auflage der Landeskunde von einer Wiener Druckerei besorgt, während die beiden Stöcklinschen Rechenbücher in Liestal gedruckt wurden, wie die Originalausgabe. 8G) Die bewährte Druckerei Graff, 1808 von Joh. Kaspar Graff begründet. (Freundliche Mitteilung von Herrn Stadtarchivar Prof. Dr. Erich Somweber). ST) Vielleicht könnten sogar die Gerüchte, dass Kaiser das Büchlein selbst ver- fasste, von einem solchen Umstand herrühren ! 253
        

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