Rechenbücher Es wurde schon oben erwähnt, dass bis zur zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts Rechenbücher für die Hand der Schüler als über- flüssiger Luxus erachtet wurden! Der erste definitive Lehrplan «für die Elementarschulen des Fürstenthums Liechtenstein», der noch vor- handen ist08), nennt die gebräuchlichen Lesewerke und Religionsbücher, wobei aber kein Rechenbuch erwähnt wird. Das war im Jahre 1858. Warm die ersten Bücher eingeführt wurden, ist mir leider unbekannt69). In seiner Schulchronik70) vermerkt Oberlehrer Hinger, dass 1880 eine Rechenbuchkommission bestellt wurde, zusammengesetzt aus den Kollegen Hinger (der die Hauptlast der Arbeit trug), Quaderer, Öhri, Hasler und Reallehrer Ospelt. Ihre Aufgabe bestand darin, die bisher verwendeten österreichischen Rechenbücher für die Oberklasse und die Mittelklasse von Dr. Fr. Ritter von Mocnik für den Gebrauch der liech- tensteinischen Schulen zu bearbeiten. Sie erschienen im darauffolgen- den Jahr. Ihnen folgte zwei Jahre später (1883) die beiden Bändchen für die Unterklasse. Letztere trugen den Titel (29) Erstes Rechenbuch für die Unterclasse der liechtensteinischen Volksschulen. Das Rechnen im Zahlenraum von 1 bis 20. Eingerichtet nach dem Rechenbuch für Volksschulen von Dr. Fr. Ritter von Mocnik bzw. (30) Zweites Rechenbuch für die Unterclasse der liechtensteinischen Volksschulen. Das Rechnen im Zahlenraum von 1 bis 100. Eingerichtet und zusammengestellt nach dem Rechenbuch für Volksschulen von Dr. Fr. Ritler von Mocnik. Im Gegensatz zu den bei- den anderen unten erwähnten Büchern scheinen diese keine zweite Auf- GS) Original (mit Datum 5. 10. 1858): Reg.archiv Bündel XCIV/I. Abschrift bei den einzelnen Schulen, soweit noch vorhanden (z. B. Balzers). Er scheint nicht gedruckt worden zu sein. Er wurde von Oberlehrer Hinger ausgear- beitet und basiert auf einem provisorischen Lehrplan (vom selben Verfasser) vom 12. 12. 1857. ö!l) Das älteste Werk in der Schulbüchersammlung der Landesbibliothek ist aber ausgerechnet ein Rechenbuch: Johann Nep. Holzapfel, «Beyträge zum Kopfrechnen. Für Schüler und Schulfreunde in Bayern», München, 1817. Man weiss aber nicht, woher es gekommen ist, noch ob es überhaupt in den liechtensteinischen Schulen verwendet wurde. 70) Gedenkbuch Vaduz, S. 43. 243
        

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