Fibel, und es ist daher nicht verwunderlich, dass auch hier auf die Heimatkunde und Vaterlandsliebe ein ganz besonderes Augenmerk ge- richtet wurde. An solchem Stoff enthält das Buch eine wahrhaft reiche Ausbeute, und zwar 110 Seiten. Ferner sind die Themen so aktuell, dass, obschon das Titelblatt die Jahreszahl 1938 trägt, auch eine Schilderung der ergreifenden und patriotisch-psychologisch so bedeutsamen Erbhul- digungsfeier vom Jahre 1939 darin Platz findet! Die heimatkundlichen Beiträge, wovon die meisten eigens verfasst wurden, stammen von einer Menge einheimischer Persönlichkeiten, vorwiegend aber von Mitgliedern der Lesebuchkommission und von anderen Lehrerkollegen. Beiträge liegen vor sowohl von zwei ehemaligen als auch von einem künftigen Regierungschef'(Fürstl. Rat Joseph Ospelt, Prof. Gustav Schädler und Alexander Frick). Ferner sind erwähnenswert die lyrischen Gedichte des jung verstorbenen Ruggellers Joseph Hoop sowie die schönen Naturbeschreibungen aus einer Publikation des damaligen Schulkom- missärs Kanonikus Anton Frommelt. Insgesamt wird jede liechten- steinische Gemeinde eingehend behandelt, jeder Winkel der Landschaft und jeder Aspekt der Heimat überhaupt kommt zur Rede. Im histori- schen Teil wird die Heimatgeschichte mit der Geschichte Europas oder der Welt geschickt verflochten. Nicht nur für den heimatkundlichen Teil sondern auch für die übrigen Abschnitte des Buches wurden mehrere Beiträge von Liechtensteiner Lehrkräften (David Beck, Franz Xaver Gassner, Dr. Alfons Goop, Hubert Kaufmann, Josef Kind, Fürstl. Studienrat Prof. Dr. Eugen Nipp) geliefert. Die Stücke aus der Feder des Bearbeiters Alfons Kranz zeichnen sich durch ihren fliessenden erzäh- lerischen Stil aus. Sonst rühren die einzelnen Lesestücke von einer grossen Auswahl von Quellen her. Im literarischen Teil kommen viele klassische Autoren zum Wort, während die Stücke für den Realien- unterricht zum grössten Teil bewährten schweizerischen und vorarl- bergischen Lesewerken entnommen wurden. Als ideologisch ungeeig- nete Quellen erwiesen sich damals einerseits die zeitgenössischen deutschen Lesebücher wegen ihrer nationalsozialistischen Propaganda, aber auch anderseits die innerschweizerischen, da sie «zu auffallend religiös» waren41). 41) Mündliche Mitteilung des Bearbeiters dieser Lesebuchreihe, Oberlehrer Alfons Kranz. 228
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.