geschaffen wurde. Wie bei den meisten liechtensteinischen Schul- büchern wurde für die Vorbereitung eine Lehrerkommission vom Lan- desschulrat bestellt, wobei ein Mitglied die Hauptlast der Redaktions- und gegebenenfalls auch der Autoren-Arbeit trug. Bearbeiterin dieses Werkes war Sr. Marzia Meier (Balzers), für die künstlerische Ausstat- tung stand ihr zur Seite Lehrer Jakob Falk (Schaan). Es ist dies ein ge- fälliges, ja ausgesprochen sympathisches Buch, klar gedruckt auf soli-. dem Papier, das auch dem täglichen Gebrauch durch Erstklässler- Pfötchen gerecht wird, und methodisch aufgebaut nach bewährten Grundsätzen. Die Fibel wurde nach der Lautbildmethode (wonach die Bilder auf die Form der Buchstaben abgestimmt sind) gestaltet, haupt- sächlich nach dem Vorbild gewisser bekannter österreichischer Fibeln. Bei einer modernen Fibel sind die Bilder fast so wichtig wie der Text37), und es darf gesagt werden, dass Jakob Falks eigenwillige, lustige Zeich- nungen (meist farbig abgebildet) den Anforderungen völlig entsprechen. Besonders interessant ist der patriotische Anhang (von Lehrer Willibald Heeb verfasst), der mittels geeigneter Texte und Bilder die Vaterlands- gefühle der kleinsten Schulkinder wecken soll. Das Werk entstand ja zu einer politisch und historisch kritischen Zeit, wo das kleine Fürsten- tum ernste Gefahr lief, von Hitlers Habsucht in jedem Augenblick auf- geschluckt zu werden und dadurch seine Eigenstaatlichkeit einzubüssen. Die betreffenden Texte sind kindertümlich gestaltet, fördern Liebe zum Monarchen und zum Heimatland und heben die patriotische Pfadfinder- bewegung besonders hervor. Es wurde weiters ein (7) Methodisches Handbüchlein zur liechten- steinischen Lesefibel dazu herausgegeben, auch von Sr. Marzia Meier verfasst. Dies ist eine Broschüre für die Hand des Lehrers, welche als eingehender Führer durch die Fibel sowohl manche praktische Winke als auch eine Darstellung der pädagogischen Leitideen und Grundlagen des Werkes enthält. Es ist klar, dass diese Fibel ein Produkt des «Zeit- alters des Kindes» ist, und dass die Verfasser mit den neuesten Erkennt- nissen der Kinderpsychologie vertraut waren. Alles steht unter der De- vise: Spiel, Fantasie, Humor. Betont wird, dass «der Lesestoff der Fibel aus dem heimatkundlichen Sachunterricht hervorgegangen ist» (S. 5). 37) Man kann sich heute kaum vorstellen, dass die Fibeln im 19. Jahrhundert (z. B. die Haesters'schen) keine Bilder hatten ! 225
        

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