Lesebücher Ein Kernstück der Lehrmittel sind die Lesebücher, werden sie doch für den Unterricht in einer ganzen Reihe von Fächern verwendet: Muttersprache, Geschichte, Geographie, Naturkunde und die anderen Realien. Darunter fällt auch das sehr wichtige Gebiet der Heimat- bzw. Vaterlandskunde. Es versteht sich, dass jeder Staat, der das National- gefühl pflegt und seine Eigenart hochhält, für die Heimatkunde eigene Bücher benötigt. Daher nimmt es kaum wunder, dass Liechtenstein eben in dieser Kategorie Schulbücher die meisten eigenen Werke ge- schaffen hat. Auch wenn das Fürstentum kulturell wie auch wirtschaft- lich, ganz besonders seit Abschluss umfassender gegenseitiger Verträge in den zwanziger Jahren, mit der Schweiz sehr eng verbunden ist und viel Gemeinsames hat (z. B. alemannische Mundart, Brauchtum usw.), besitzt es doch, besonders was die Staatsform und die Staatseinrichtun- gen anbelangt, viele grundverschiedene Merkmale, die gerade in den heimatkundlichen Abschnitten der Lesebücher hervorgehoben werden sollen. Zeitlich lassen sich die liechtensteinischen Lesebücher in vier Grup- pen einteilen: Gruppe 1 (Ausgaben 1835 und 1844) Die betreffenden Werke wurden schon oben unter den ältesten liechtensteinischen Schulbüchern erwähnt. (1) Der Kinderfreund. Ein Lesebuch für die Schulen des souverainen Fürstenthums Liechtenstein. Nach P. Aegidius Jais. Aus dem oben zitierten Bericht des Schulenoberinspektors ans Oberamt vom Jahre 1844 sowie aus der Tatsache, dass das Werk öfters als «Namen- büchlein» (der damalige Name für eine Fibel) bezeichnet wurde, bekommt man den Eindruck, dass das Büchlein für das erste Schul- jahr gedacht war. Bei näherer Durchsicht des Werkes aber scheint es bestimmt nicht für den Anfangsunterricht geeignet gewesen zu sein, da es gar keine Einführung in das Lesen und Schreiben der einzelnen Buchstaben enthält. Höchstens im zweiten Semester wäre es allenfalls möglich gewesen, es bei den ABC-Schützen anzuwenden. Das Maurer 219
        

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