vergriffen. Diesses, so wie das Österreichische eignen sich nicht für die Lautiermethode16). Entweder soll für Lichtenstein ein eignes neubear- beitetes Namenbüchlein aufgelegt, oder folgende Büchlein für Anfänger eingeführt werden: [es werden genannt zwei in Kempten erschienene Werke]». Dieser Bericht ist datiert vom 1. August 1844. Schon im näm- lichen Jahr aber erscheint, ebenfalls in Chur gedruckt, das dritte liech- tensteinische Schulbuch: «ABC und Namenbüchlein», im gleichen Format wie die ersten beiden. Dieses Büchlein ist anonym und einiger- massen geheimnisvoll: Gerüchte17) wollen ihm keinen Minderen als Prof. Peter Kaiser zum Verfasser geben ! Die vorhandenen Aktenstücke im Regierungsarchiv18) bieten keine Aufklärung darüber, da ein Ver- fasser nirgends erwähnt wird. Aus der Rechnung des Buchdruckers erfährt man allerdings, dass auch ein Leitfaden für die Lehrer (in der Form eines Oktavbogens) dazu bestellt wurde. Es liegt auch ein Brief von Schulenoberinspektor Carigiet vor, der zwei weitere interessante Hinweise enthält: (a) obwohl in Chur gedruckt, wurden die Bücher in Buchs gebunden; (b) im Jahre 1845 wurde ein Anhang herausgegeben — «Alphabet und Gebethe mit Schriftbuchstaben» —, der in Chur litho- graphiert wurde. Da kein Vermerk über den Verfasser in den Oberamts- akten aufzufinden ist, muss diese Frage offen bleiben19). Dieses Werklein kann nicht sehr lange im Gebrauch gewesen sein, da im Jahre 1855 oder 1856 die Lesebücher von Dr. Bumüller und ,6) Dies scheint die neueste unterrichtliche Methode zu sein. Eine beliebte Aufgabe bei den damaligen Lehrerprüfungen (vgl. Reg.archiv Bündel XXXIII/I) bestand in einer Darstellung der Vorzüge der Lautier-Methode. ") Die Gedenkbücher der Schulen Vaduz (erster Teil von Oberlehrer Anton Hinger verfasst) und Mauren enthalten wertvolle historische Überblicke über das liechtensteinische Schulwesen im 19. Jahrhundert. Unter anderem werden alte Lehrmittel behandelt und in beiden Büchern steht, dass das liechtensteinische Namenbüchlein aus Peter Kaisers Feder stamme; aller- dings ist der Vermerk im Vaduzer Buch mit einem Fragezeichen versehen. 18) Bündel XCIV/I. 19) Robert Allgäuer hat das Werklein einer stilistischen Untersuchung unter- zogen und meint, dass der Stil mit demjenigen Kaisers kaum vereinbar sei. 217
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.