land bekannt21), während büschile in Vorarlberg auch im Süden gesagt wird. Ähnlich verhält es sich mit den Bezeichnungen für das Schwein. Der Unterländer sagt hiefür suu, der Oberländer jeerle. Letzteres Wort ist sonst nur in der Bedeutung «Ferkel» in Gebrauch, suu sagt man auch in Nordvorarlberg, in Südvorarlberg hingegen schwii. Am Schellenberg und in Mauren sind zwei Wörter aus dem an- grenzenden Vorarlberg üblich geworden: grumpiara für die «Kartoffel» und eschtrig für den «Dachboden». Beide Wörter lauten in Liechtenstein sonst härdöpfel und oberdiile. Die verschiedensten Bezeichnungen haben wie fast überall Blumen erhalten. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass man beim Abfragen von Blumennamen häufig grosser Unsicherheit begegnet. Lediglich für den «Löwenzahn», die «goldgelbe Schlüsselblume», das «Veilchen» und «Gänseblümchen» sind einigermassen sichere Bezeichnungen ange- geben worden. In den Bereich des rätoromanischen Wortschatzes führt uns noch- einmal die Bezeichnung für die «goldgelbe Schlüsselblume». Das Wort budenna (Schaan, Balzers) geht auf rätorom. bettonica zurück, kchar- tenna (Vaduz) dürfte eine Spielform dazu sein; in Planken nannte man sie schaaner pipla im Gegensatz zu den pipla (schwefelgelbe Schlüssel- blume), weil sie in Schaan häufig wachsen. Im Unterland sind Ablei- tungen von Personennamen dafür gebraucht worden, so nikchadeemesli in Ruggell (zu Nikodemus), matleenili in Mauren (zu Magdalena). In Gamprin sagt man muggatantili, in Eschen muggadanggili dafür, bei- des wohl Ableitungen von «Matengga», wie es im Vorarlberger Rhein- tal die verbreitetste Bezeichnung ist. Eine frühe Entlehnung aus dem Romanischen ist das Wort «Viole» für «Veilchen», das so schon in mittelhochdeutschen Quellen belegt ist. Davon abgeleitet ist das im Oberland übliche feijöölile (Triesen feijöönile), während es im Unter- land fiöölili (Eschen figgöölüi) heisst, jedoch mit deutscher Anfangs- betonung gesprochen wird. Für den Löwenzahn sind nur deutsche Be- zeichnungen üblich, so im Unterland kchettiblggma, weil die Kinder 21) Vgl. R. Trüb, Die Sprachlandschaft Walensee-Seeztal, Beitr. zur schweizer- deutschen Mundartforschung III, Frauenfeld 1951, Seite 77. 203
        

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