ein -1- hinzugefügt wurde. Beim Wort «Eidechse» hat die Mundart des Vorarlberger Rheintales aus dem mhd. egedechse eine «(H)egeiss» ge- macht; so ist sie noch am' Schellenberg (eggggss) und in Mauren (eggaass) belegt. Im Oberland wird sie auf Planken, in Schaan und Vaduz zu egges, in Triesen und Balzers zu gigggs umgeformt. In weitere sprachgeschichtliche Probleme brächte und die Grenze kchnöü (Oberland) und kchnüü (Unterland) «Knie», welche wieder das Schaaner Ried bildet. Der gleiche Gegensatz trennt auch die Mund- arten Südvorarlbergs von denen im Norden des Landes. An der glei- chen Grenze treffen die Lautungen graas und grääs «Gras» aufeinander, wobei wieder das Unterland (mit Umlaut) sich an die Ostschweiz und Nordvorarlberg anschliesst, das Oberland das im Süden übliche -aa- beibehalten hat. In den Nord-Südgegensatz gehört auch die Grenze niint (Unterland) / nüüt (Oberland) für «nichts». An lautlichen Unterschieden zwischen Ober- und Unterland wären noch zu nennen brggma (Unterland) und brgja (Oberland) für das Entkanten der Stirnseite des gefällten Baumes, molta und mualta als Bezeichnung für den Backtrog; aber auch in den Endsilben gibt es Unterschiede, so sagt man im Unterland zum Vater tätti, im Oberland tetta19). Umgekehrt ist es beim Wort «Geleise» (Spur), das im Ober- land lääsi, im Unterland dagegen Iggsa bzw. laasa heisst. In welchen grösseren Zusammenhang die zuletzt genannten Unterschiede zu stel- len sind, ist noch nicht bekannt. ZUR WORTGEOGRAPHIE DES LIECHTENSTEINER RHEINTALES Einprägsamer und nicht minder aufschlussreich sind die Unter- schiede im Wortschatz. Gerade die Kenntnis der mundartlichen Wort- geographie ist bis heute sehr dürftig geblieben. Erst durch die Sammel- arbeit zum Sprachatlas der deutschen Schweiz ist zumindest für die Mundarten dieses Gebietes eine solide Grundlage geschaffen worden ') Die Gewährsleute in Balzers, Gamprin und Eschen erinnerten sich noch, dass man früher 
auch ätti gesagt habe. 201
        

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