lat. tridentia) benannt. Das Wort fööla, der Rückstand beim Butterein- sieden, ist ebenso in einem grösseren Gebiet in Verwendung, dasselbe gilt auch für die Wörter lägala, das kleine Holzfässchen für Most (lat. lagena) und kchätzi für die Wasserschöpfkelle (zu ital. cazza). Wichtiger sind jedoch die Wörter, die uns bezeugen, dass die ale- mannische Sprache im Unterland schon früher heimisch war als im Süden. Das einprägsamste Beispiel ist wohl die Bezeichnung für den schwarzen Salamander, der besonders bei schlechtem Wetter zu sehen ist. Im Unterland wird er fiarfüassler genannt, während man in Plan- ken und Vaduz wassertatsch, in Triesen und Balzers wassertätsch dafür sagt. Letzteres Wort ist eine volksetymologische Umbildung von rom. «quattuor pedia», d. i. «vierfüssiges Tier», welches z. B. in der Bündner Herrschaft «Kwadertatsch» heisst und der ehemaligen Lautform noch näher steht. Im Unterland treffen wir jedoch eine einwandfreie Über- setzung des rätoromanischen Wortes an. Dies zeigt uns, dass man hier zu einer Zeit, als man das Rätoromanische noch verstand, der deutschen Bezeichnung den Vorzug gab. Im Wort marend, die Zwi- schenmahlzeit am Nachmittag (räto-rom. marenda), zeigt das Oberland noch die frühere Lautung, während es im Unterland zu bren(d) umge- bildet wurde. Ähnlich verhält es sich mit dem Wort «Fanille» (zu lat. fenile) als Bezeichnung für den vertieften oder ebenerdigen Heu- raum neben dem Tenn, das im Unterland pflilla, im Oberland pfnilla mit erhaltenem -n- lautet. Im Oberland sind noch eine Reihe rätoromanischer Wörter bekannt, die im Unterland bereits fehlen, so z. B. schpiina für den Fasshahn (rätorom. spina), wogegen man im Unterland pippa sagt, das seiner- seits auch eine Entlehnung aus dem Romanischen ist, die aber auch im angrenzenden Norden weitere Verbreitung gefunden hat, sqrala für den Durchlass im Zaun mit verschiebbaren Stangen (zu rom. serula) ist nur im Oberland bekannt, ebenso pass (rätoroman. pass) für «welk», bella für die dürren (ausgedroschenen) Hülsen der Gerste, wofür man im Unterland hqlba sagte, weiters badust, z. B. «badust (liegen) lassen», wenn man die Bergmähder ein Jahr nicht mäht (zu lat. vetustus). Endlich sind in Triesen und Balzers noch einige rätoromanische Wörter erhalten geblieben, die nördlich davon nicht mehr vorkommen; dazu gehört z. B. der qfaroscher, das Gerät zum Verteilen der Glut im 188
        

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