Kapellen in der Litze und St. Wolfgang am Meierhof kein Stein mehr auf dem anderen sei, werde der Drache ausbrechen und die ganze Bleika als Erdrutsch zu Tal fahren. DAS TEUFELSLOCH 3 In der Gegend über Sax und Gams erhebt sich eine senkrechte Fels- wand. In der Mitte hat die Wand ein Loch, und über die Entstehung dieser Öffnung erzählt die Sage: Ein Bauer verpfändete dem Teufel seine Seele, wenn er in einem Tag das ganze Schaaner Ried abmähe und einfechse. Aber vor dem Abendläuten müsse die Arbeit vollendet sein, sonst habe der Vertrag keine Gültigkeit mehr. Der Teufel ging fest an die Arbeit und war schon bis zum Binden des letzten Fuders gekommen, als einermal und uner- wartet die Abendglocke vom Benderer Kirchturm ertönte. Im grössten Zorn über die mühevolle, fast vollendete und doch vergebliche Arbeit und im bitteren Verdruss, dass ihm des Bäuerleins arme, christliche Seele entgangen war, fasste der Teufel den Wiesbaum und schleuderte ihn mit solcher Gewalt von dannen, dass er wie ein mächtiger Pfeil die Breite des Tales durchfuhr, über den Rheinstrom flog und im Gebirge jenseits das Loch schlug, das man von der Zeit an das Teufelsloch nennt. DER GLOCKENTRAGENDE TEUFEL 4 Auf Masescha in der Gemeinde Triesenberg steht eine Kapelle. Da ist auf dem linken Seitenaltar ein junger, blonder Bischof dargestellt und neben ihm der Teufel, der die Glocke trägt, die ihm recht schwer zu werden droht und den Kopf herabdrückt. Der rechte Fuss dieses armen Teufels läuft in Greifenklauen, der linke in einen Pferdefuss aus. Nach der Legende bekam der heilige Theodul, der erste Bischof des Wallis, vom Papste eine Glocke zum Geschenke. Unvermögend, durch menschliche Hilfe sie fortzubringen, zwang er den Teufel, den er aus einem Besessenen ausgetrieben, das Geschenk über die Alpen in die Bischofstadt Sitten zu tragen. 24
        

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