ständige Ortsmundarten: ganz im Süden Balzers, eine alte selbst- ständige Pfarrei, eigentümlich in der Sprachmelodie und im Wortschatz vom übrigen Liechtenstein nicht selten abweichend. Sie weist starke Beziehungen zur Mundart der Bündner Herrschaft auf. Dann folgt Triesen, ebenso seit alter Zeit eine eigene Pfarrei. Auch hier spricht man eine deutlich erkennbare Ortsmundart, verschiedene Wörter sind nur hier gebräuchlich und das rasche Sprechtempo ist im Lande wohl- bekannt. Schaan und Vaduz sind hingegen voneinander in der Sprache nur wenig verschieden. Dazu kommt noch der Bergort Planken, eine ehemalige Walsersiedlung, die aber im Gegensatz zum Triesenberg ihre sprachliche Selbständigkeit zugunsten der Schaaner Mundart aufgege- ben hat. Dennoch sind einige Besonderheiten aus früherer Zeit bis heute erhalten geblieben. Im Unterland sind es wieder die alten Pfarreien, die für die sprach- liche Besonderung entscheidend waren. So sind die Mundarten von Eschen und Mauren deutlich geschieden von denen der ehemaligen Pfarrei Bendern mit den Orten Gamprin, Ruggell und dem Schellen- berg, der jüngsten Ausbausiedlung des Landes. Davon zeigt der Orts- teil Hinter-Schellenberg schon stärkere Beziehungen zu den angrenzen- den Mundarten Vorarlbergs. DIE ENTSTEHUNG DER HEUTIGEN MUNDARTEN Dass die heutige sprachliche Gliederung des Fürstentums in enger Beziehung zu seiner kirchlichen und politischen Geschichte steht, haben wir eben angedeutet. Wir werden noch öfters darauf hinweisen können. Zunächst sei aber ihr Werden in grossen Zügen betrachtet, soweit es von unserer heutigen Zeit aus erkennbar ist. Aus der frühesten uns sichtbaren Si'edlungszeit0), der vorrömischen Epoche, haben wir keine direkten sprachlichen Zeugnisse überliefert. Dass jedoch das Land schon zur Jungsteinzeit besiedelt war, zeigen uns zahlreiche Bodenfunde, besonders am siedlungsmässig günstigst ') Die geschichtlichen Angaben sind vorwiegend entnommen aus: P. Meinherz, Die Mundart der Bündner Herrschaft, Beitr. zur Schweizer- deutschen Grammatik, Bd. XIII, Frauenfeld 1920. E. Poeschel, Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, Basel 1950. 185
        

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