Ich habe eine einzige verwandte Erzählung bei der Durcharbeitung vieler Sagenbücher gefunden, und sie stammt aus dem Wallis, aus der Hungerlialp bei Leuk, wo ein «erleuchteter Senn» auch bei der Messe mehr sieht als der Pfarrer und «halt ihn!» ruft, als der Geistliche die Hostie ungeschickt hält. Auch er zeigt dem Pfarrherrn, wie er (auf den linken Fuss stellen, über die rechte Schulter schauen) in den Himmel sehen kann, und auch ihm wird zum Schluss gesagt, er möge es weiter so halten. Es ist tatsächlich anzunehmen, dass die Sage aus der Walser Heimat mitgebracht wurde. DIE DIEBSLÖCHER (178) «Schelmenlöcher» müsste es eigentlich heissen, denn im Dialekt kommt das Wort Dieb bei uns nichts vor. Eine Schelmengeschichte ist es im Kern, denn das Anlocken der Zuschauer zum Fischen in der Mist- grube ist ein echtes Gaunerstücklein. Wir können vielleicht an Zigeuner denken, die einst auch durch unser Land zogen und in ihrer unstäten Lebensweise sich oben in den Felsen eingenistet haben. Die letzten Erzählungen unseres Kapitels sind einfache Schwänke und gehören zu den wenigen humorvollen Stücken in der sonst eher düsteren Welt der Sagen. Es sei nur erwähnt, dass auch im Montafon ein ähnli- cher Platz für alte Jungfern bestanden hat wie bei uns im Schaaner Riet. IX. Nachklang der Geschichte RÜDIGER VON LIMPACH (184) In der Schenkungsurkunde von 1194 ist des Ereignisses nicht ge- dacht. Wir können nicht feststellen, ob der Tod des Kindes der tat- sächliche Anlass der Schenkung war, aber das Mittelalterlich-Legenden- hafte der frommen Stiftung kommt in der Erzählung schön zum Aus- drucke. 169
        

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