Dass Geister niesen müssen und durch einen frommen Wunsch erlöst werden können, finden wir in den Sagen der Nachbarschaft (Beitl 76, 103, 131, Kuoni 175, Jecklin 367) oft und oft. Übrigens finden wir in Volkserzählungen die Erklärung des Wunsches «Helf Gott!» oder «Gesundheit» beim Niesen darin, dass es in der Pestzeit ein Vorzeichen der Krankheit angedeutet habe, und der Wunsch sollte davor bewahren. In Tiergestalt erscheinen oft die Geister, Hexen oder auch der Teu- fel, dieser mit Vorliebe als Katze oder schwarzer Hund. Das Verhexen des Gewehres (156) und die Ankündigung des Todes (157, 158) machen das Unheimliche noch deutlicher, und das Verschwinden beim Mor- genläuten (159) ist der Beweis, dass es sich nicht um eine natürliche Erscheinung handelt. Der Klushund (160) geistet durch ganz Vorarlberg, besonders aber auch in der Feldkircher Nachbarschaft, und manche Sage handelt von ihm (Beitl an verschiedenen Stellen). Im Valdunawald narrt er einen Fuhrmann wie bei uns. Durch Anruf heiliger Namen kommt er zum Verschwinden. Ziegenböcke (163, 164) erscheinen in fast unübersehbarer Zahl ge- spenstig-spukend in den deutschen Sagen, in ältester Zeit als des Teufels Tier (das meiste Sagenhafte vom germanischen Gotte Donar, der mit einem Bocksgespann einherfuhr, ging auf den Teufel über), dann einfach den Wanderer plagend und Angst einjagend wie bei uns. Die eigenartige Erzählung von den Froshasen (166) findet eine Pa- rallele im Sarganserland, wo diese Tiere Kinder, die beim Betläuten nicht daheim sind, in den Valeis-Tobel jagen. Gutmütige Hausgeister, die einfach zum Gebäude gehören, stellen das Oberdele-Wieble und das Kehrmännle dar (167). Sie haben ein Geisterrecht, und niemand vertreibt sie. Geisterhaftes Singen (168, 170) lässt sich bei alten Kirchen oder Ruinen von Gotteshäusern vernehmen, und in hellerleuchteten Kirchen feiern die Geister der Verstorbenen bei Gesang oder Orgelspiel ihren Gottesdienst, wohl als Zeichen, dass sie es im Jenseits gut haben. Die seltsamen Lichter (171) sind Irrlichter, die im Sumpfgelände (wie es früher das Heilos war) erscheinen und unruhig machen oder Schätze anzeigen. 167
        

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