DER KUHBANNER (62) Der Tobelhockeraberglaube ist also in der bündnerischen Nachbar- schaft im Detail bekannt, und der Triesner Hirt ist im Besitze zaube- rischer Kräfte, ein Hexenmeister. DER GEIGER AUF DEM VADUZER GALGEN (63) Auf den Hexentänzen wird Musik gemacht, und meistens ist es ein Geiger, der in alter Zeit der Musikant der ländlichen Tänze gewesen ist. Eine zweite Darstellung des Motives finden wir in Wartau (Gaba- thuler, 139 ff): Zwei Brüder sollen Musik machen, und sie gehen in der Nacht in die Irre, werden von einem grossen Herrn mit langem Mantel und mächtigem Hut (Teufel!) angesprochen, der ihnen Essen und Trinken und einen Sack voll Geld verspricht. In einem prächtig er- leuchteten Garten spielen sie auf, aber als die Betglocke aus Triesen läutet, ist der Spuk verschwunden. Sie sind unter dem Vaduzer Galgen, der Weinkrug ist ein Totenkopf, der Becher ein Rosshuf, und im Sacke finden sie Glasscherben statt Geld. ZUM GALGEN ENTRÜCKT (64) Die Sage ist alt, denn es ist darin die Form des Galgens zu erkennen, die er wirklich hatte (in der ältesten Landkarte unseres Landes von 1721 ist er eingezeichnet): Ein Dreigalgen, bei dem die Steinsäulen durch Querbalken verbunden sind. Ähnlich: Lütolf 17, Jecklin 455. DER TRIESNER REITER (65) In dieser Sage kommt am besten das Unheimliche unserer Prozesse zutage: Anzeige einer Unschuldigen, schon beginnt das Foltern und der Prozess, und Stunden darauf ist das Opfer hingerichtet. 155
        

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