DAS KRAUT CIPRIAN (50) Viele Sagen erzählen in den Alpenländern davon, wie es einst so kräftige Futterkräuter gegeben habe, dass das Vieh grosse Erträge be- ster, fettreicher Milch lieferte, was in den Augen fauler Sennen schuld daran war, dass sie so viele Arbeit mit dem Melken und Buttern hatten und unbedingt dreimal am Tage melken mussten. So verwünschten sie diese Kräuter (Ciprian, Massiga in der Schweiz, Rispai in Tirol) und ihr Fluch verwandelte sie in dürre, nährgehaltlose Flechten und Moose. Dort, wo es Sennerinnen gab, war es diesen unbequem, dass sie wegen der vielen Arbeit nicht ins Tal zum Tanzen gehen konnten (eine Erzäh- lung vom Triesenberg berichtet davon, ich gebe sie aber nicht wieder, weil sie sicher importiert ist). Meistens ist der Fluch in einem gereimten Spruche wiedergegeben. Vonbun (Beiträge 135 — 137) gibt mehrere solche Spruchformen. Bemerkenswert isi, dass das Motiv gerade in unserer Nachbarschaft, im Werdenbergischen (Kuoni 83 aus Sennwald: «Verflucht ist der Cyprio, dass me dreimol muess go melche go» Kuoni 125, Buchs: «Ver- flucht sei der Cyprio, er soll immer und ewig düarr do stoh !», Gaba- thuler S. 30) und im Sarganserland (Kuoni 176, Flums) sehr häufig ist. Der Fluch der Faulen wird von Gott bestraft, er ist eine Untat an seinen Gaben. III. Schätze und Schatzsucher DIE JUNGFRAU AUF GUTEN BERG (51) Die schöne Sage vereint eine ganze Reihe von Merkmalen: Verborgene Schätze haben die Fähigkeit, sich zu verändern, sie er- scheinen oft als wertlose Gegenstände, als Kohlenstücke, Laub oder Haselnüsse, in unserem Falle als Schneckenschalen. Nur zu seltenen Zeiten, meistens nur alle hundert Jahre wie in unserer Sage, kommen 151
        

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