und bei den Wildmannlisagen bedeutet der Ruf den Abschied für immer; es ist ein Typ der geheimnisvollen Todesbotschaft, mit ganz seltsamen Namen. In St. Gallenkirch im Montafon tönt der Ruf: «D'Jochringla soll hemko, Muggaschtutz sei tot», in Luzein im Prätigau: «Jochträger, sag der Jorinden, Giggi-Gäggi sei tot». Kleidergeschenke verlreiben die 'Wildmannli, die keine Kleidung gewöhnt sind. «A so en Schöna, wecha Ma, nümma hüeta ka» (Vonbun) ist der Abschied eines Fenggenmännleins im Montafon, und «Was witt au so 'na Weidleman meh mit den Küehna z'weidela gah» (Fient), heisst es in Conters im Prätigau. II. Untat und Strafe DER UNTERGANG VON TRISONA (16) Die Sage gehört zum Typus der Untergangssagen, wie sie schon aus der Vorzeit überliefert sind: Sintflut und Atlantis und besonders der Untergang von Sodom und Gomorrha sind die ältesten Vorbilder. Ob ein geschichtlicher Kern zugrundeliegt, ist nicht zu ermitteln. Das Bergsturzgebiet von Trisenberg und Triesen ist postglazial, also geologisch gesehen nach der Eiszeit entstanden, aber die ältesten Sied- lungsspuren aus der Römerzeit liegen über dem Schutt dieses Berg- sturzes, so dass eine Erinnerung an ein elementares Ereignis nicht an- zunehmen ist. In den Sagen dieser Art zögert Gott mit der Strafe, aber die War- nung wird von den Bewohnern missachtet. Wasserflut oder Versinken und in den Alpengebieten Überschütten durch Rüfen und Bergstürze sind die verschiedenen Formen des Unterganges. In manchen Erzählungen sind die Bewohner des dem Untergange geweihten Ortes bis auf einen verderbt und missachten z. B. das Gebot der Gastfreundschaft oder der Hilfsbereitschaft für Arme. 142
        

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