Eines Tages kam der gleiche Bauer zu Geschäften in die Schweiz, und in Vilters erzählte er, wie in Balzers und Mäls gestohlen werde, Ziegen, Schafe, Hühner, Feldfrüchte, und ihm ein ganzes Schwein aus dem Kamin. Zudem könne von den Dieben keine Spur gefunden werden, sie kämen in der Nacht und verschwinden mit der Beute. Jetzt konnte der Balzner erfahren, dass man von Vilters aus jede Nacht hoch oben in der Wand des Ellbergs ein Feuer brennen sehe, auch höre man ab und zu von dort her Männer- und Frauenstimmen. Nun ahnten die Mälsner, wo die Diebe ihren Schlupfwinkel haben müs- sen, und einige beherzte Männer beschlossen, das Diebsnest auszunehmen. Sie machten sich gut bewaffnet auf den Weg und es gelang ihnen, das Nest auszunehmen, die Diebe gefangen zu nehmen und so un- schädlich zu machen. Ein junges Paar aber soll, bevor es sich gefangen gegeben habe, tanzend über den Felsen hinausgesprungen sein. Von da an haben die Bewohner von Balzers und Mäls Ruhe gehabt. Das grössere der Diebslöcher besteht noch, ist aber zerfallen. DASKALTWEHKAPPELE 179 Im Felde bei Balzers steht ein kleines Räppele, Dreitannenbild oder Kaltwehkappele genannt. Über seine Entstehung berichtet folgende Sage: Ein Fuhrmann wollte mit einer Frau über den Rhein fahren. Als aber der Fährmann lange nicht zur Stelle kam, ging dem Fuhrmann die Geduld aus, zudem er Eile hatte. Kurz entschlossen wollte er mit seinem Wagen, der mit zwei Pferden bespannt war, den Rhein durch- fahren. Als er in der Mitte war, löste sich der Vorderwagen los, und die Frau trieb nun, im Hinterwagen sitzend, den Rhein hinunter. In ihrer Angst und Not soll sie das Versprechen gemacht haben, an der Stelle, an der sie lebend an Land komme, eine kleine Kapelle zu lassen. Sie soll auch wirklich ganz durchnässt und starr vor Kälte dort ans Land getrieben worden sein, wo heute das Kaltwehkappele steht. Erschöpft und krank wurde sie nach Balzers gebracht und gut gepflegt und war bald wieder gesund. Zum Dank für die Rettung liess sie die Kapelle erbauen. 122
        

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