DER WEISSE MOOSBOCK 163 Im Moos ob Steinbös soll einmal ein weisser Bock sein Unwesen getrieben und Vorübergehende so sehr geplagt haben, dass sich nie- mand dorthin traute. Eines Tages fuhren zwei Bauern mit einem Wagen herunter, der mit Holz beladen war. Einer stieg ab, um hinten die Bremse anzuziehen, da es steil bergab ging. Da tauchte der weisse Bock auf und ver- scheuchte den Mann mit wilden Sprüngen; der zweite fasste Mut und wollte zur Bremse, aber der Bock verjagte auch ihn. Mit Mühe und Not brachten die beiden das Fahrzeug auf die ebene Strasse. DAS SCHWEIN BEI DEN «WIESENBILDERN» 164 Nahe der Balzner Grenze stehen die «Wesabelder», alte, halbzer- fallene Kapellen, und dort draussen ist es nicht geheuer. Es war vor etwa hundert Jahren, als österreichische Finanzer im Lande waren. Sie suchten manchmal bei einem Gewitter dort draussen Schutz. Einmal stellte sich ihnen ein bösartiges Schwein in den Weg, sie wollten es erschiessen, aber es gelang ihnen nicht. Wie eine feurige Kugel kam das Tier daher und verschwand gegen den Heilos, manch- mal aber blieb es einfach auf der Stelle und liess sich nicht vertreiben. Einem Finanzer wurde es zu dumm, er holte den Dorfnachtwächter als Zeugen. Vor Mitternacht, es war Neuschnee gefallen und Mond- schein, stellten sich die beiden bei den Kapellen auf, und als es vom Kirchturm zwölfmal schlug, kam die Sau wie schon öfter. Der Grenzwächter legte an, ein Schuss, und das Vieh drehte sich mehrmals im Kreise und verschwand, wie wenn es in den Boden gesunken wäre. Die Männer gingen zur Stelle, wo das Tier getroffen worden war — aber keine Blutspur, keine Fährten, nichts war im Neuschnee zu sehen. Es muss also ein Geist gewesen sein, und ganz geheuer ist es dort draussen auch jetzt nicht. 114
        

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