Wenn ein Kapuziner ein reines Leben geführt und nie eine Sünde begangen hat, dann kann er nämlich eine arme Seele in einen Baum oder einen Stein oder einen Fluss bannen, und sie ist dann erlöst. Wenn er aber einmal etwas Unrechtes getan hat, und hätte er nur einen Apfel gestohlen, dann wirft ihm das der Geist vor, und seine Kraft bleibt wirkungslos. DER GEIST BEI DER KAPELLE 145 Ein Plankner war auf dem Heimweg. Vor der Kapelle im Wald aber stand ein Geist. Der Bauer traute sich eine ganze Weile nicht vorbei- zugehen, dann aber fasste er Mut, sprang auf den Geist zu und wollte ihn packen. Die Gestalt entwich ihm und sprach: «Weil du Mut gehabt hast, darum hast du mich erlöst. Von jetzt an wirst du Glück im Stall haben; das ist mein Dank». Und der Geist verschwand für immer. DAS MÄNNLEIN AUF SCHLOSS GUT EN BERG 146 Eine Zeitlang traf ein alter Balzner an den Abenden beim Heim- gehen unter dem Schloss ein Männlein. Eine Strecke ging es neben ihm, ganz still, dann verschwand es im Schlosswald. Die Begegnung wurde dem Manne unheimlich, und er bat ein paar Bekannte, einmal mit ihm zu gehen und dem Männlein zu folgen, aber nur zwei hatten den Mut, und das Männlein kam und verschwand wie zuvor. Im Schlosshof, wohin sie es verfolgten, schlüpfte es in einen alten Schopf. Als die Männer eintraten, sahen sie nur ein kleines Feuer- lein, sonst nichts. Sie gingen auch später noch ein paarmal hinein, und jedesmal flackerte das Feuer auf; das Männlein aber blieb verschwunden. 106
        

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