gungsprogramms zu stellen ist. Die Tätigkeit Valentinian I. als letzter grosser Festungsbauer der Antike am Rhein ist in grossen Zügen be- kannt59). Auf die hier zu erwähnenden Verfügungen Valentinian I. vom 29. 1. 367 und vom 3. 5. 369 hat schon F. Staehelin60) hingewiesen. Aus Obergermanien kennen wir einen Kastellneubau aus Alzey, der von W. Unverzagt61) in die Jahre Valentinian I. vor 370 n. Chr. datiert wird und der sich mit seinem annähernd quadratischen Grundriss eng an sicher diocletianische Anlagen ähnlicher Art anschliesst62). Gleich- zeitig beweist das Kastell Alzey, dass Valentinian I. seine Bautätigkeit nicht nur auf einen schmalen Grenzstreifen beschränkt hat, ein Ge- sichtspunkt, der bei der Neudatierung der Kastellanlage von Schaan nicht ohne Bedeutung ist. Weiter entstanden in jenem Grenzabschnitt unter Valentinian I. das Kastell von Altrip63) und das auf dem Münster- berg von Breisach64), welches auf Grund des dort gegebenen kaiser- lichen Erlasses am 30. 8. 369 in wesentlichen bereits fertiggestellt ge- wesen sein muss. Der Ausbau und die Verstärkung der schweizerischen Rheingrenze durch weitere Wachttürme steht seit langem für diese Zeit fest, sind doch schon vor mehr als einem halben Jahrhundert die Bauinschriften für einen Burgus «In der Roten Waag» bei Etzgen, Bez. Laufenburg65) und für einen «Kleiner Laufen» SVMMA RAPIDA bei Koblenz, Bez. Zurzach66) gefunden worden. Der Verstärkung des Grenzschutzes diente auch die Anlage von Brückenköpfen am rechten Rheinufer, von denen das wahrscheinlich gegenüber Basel gelegene, 374 n. Chr. erbaute «munimentum Robur»67) und die nach R. Laur- Belart am ehesten um 370 n. Chr. errichtete Befestigung bei Wyhlen68) gegenüber Kaiseraugst bis heute genannt werden können. Wenn wir nun ausgehend von der Beobachtung bei Alzey unseren Blick in das schweizerische Hinterland wenden, so sehen wir, dass die wahrschein- lich valentinianischen Kastelle Altenburg, Ölten und Solothurn69) die Strasse über Aventicum nach Südwesten sperren sollten. Eine ähn- liche Funktion für die Strasse von Windisch nach Chur und zu den Alpenpässen hatte das Kastell auf dem Lindenhof in Zürich70), das von E. Vogt ebenfalls in valentinianische Zeit angesetzt wird. Nachdem sich nun die valentinianische Anlage des Kastells Schaan herausgestellt hat, das die wichtige Strasse Bregenz-Chur und weiter nach Süden zu sichern hatte, würde die Annahme eines Bestehens des Kastells Irgenhausen in derselben Zeit naheliegen71), wodurch die Nebenver- bindung Tasgaetium-Winterthur-Chur gesichert war. Damit ergibt sich 83
        

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