Entblössung der Rheingrenze von den wesentlichsten mobilen Truppen, die er für den Entscheidungskampf benötigte. Im selben Jahr noch wer- den die Einfälle der Germanen über den Rhein eingesetzt haben, denn gerade im Hinblick auf die Gefährdung der Grenze wird die Ernen- nung des Decentius Ende 350 erfolgt sein28). Im folgenden Jahr haben sich die Barbareneinfälle weiter gesteigert, bis sie 352/353 einen ersten Höhepunkt erreichten29). Am Niederrhein drangen hauptsächlich frän- kische Völkerschaften ein, während am oberen Teil des Rheins die Alamannen den Fluss überschritten und bereits begonnen hatten, das Land in Besitz zu nehmen30). Plündernde und mordende Scharen waren weit in das Innere Galliens eingedrungen. Nach dem Verlust der ganzen Grenzzone ist schliesslich Ende 352 auch Strasbourg in Flammen auf- gegangen31). Das Abbrechen spätrömischer Gräberfelder in der Gegend Worms-Speyer32), zahlreiche Münzschätze33) und das Ende verschie- dener Höhensiedlungen34), dies alles spricht eine deutliche Sprache. In diesen Jahren war auch der ganze nördliche Teil der Schweiz verlorengegangen33). Zeugnisse hierfür häufen sich besonders im wei- teren Umkreis des Rheinknies. An Münzschätzen mag es erlaubt sein, zu dieser regionalen Gruppe noch jenen von Rumersheim im Elsass36) (Schlussmünzen Magnentius) hineinzunehmen; unmittelbar an der Grenze kamen die ein oder zwei Kupfermünzschätze von Kaiseraugst37) (Schlussmünzen 351 n. Chr.) heraus, weiter im Hinterland die vom Mont Terri38) (Schlussmünze 353 n. Chr.), von Bassecourt bei Boecourt39) (Schlussmünze 351 n. Chr.), Niederwil im Aargau40) (Schlussmünzen Constans und Constantius II.) und Kallnach westlich Bern41) (Schluss- münze 351 n. Chr.). Die Münzreihe auf dem Wittnauer Horn schliesst mit 350 n. Chr.42) ebenso wie die der Villa vom Görbeihof bei Rhein- felden43) und zwar interessanterweise mit dem gleichen Münztyp: Constans Coh. 22. Das Ende der Ansiedlung von Frick am Bözberg44) liess sich immer schon mit jenen Ereignissen in Verbindung bringen, doch wurde es auf Grund ungenauer Datierung der Schlussmünzen bisher meist später angesetzt45). Eine Neubestimmung der spätesten Münzen (Nr. 15: Constantius IL, Centenionalis von Lugdunum, 346/350 n. Chr., LRBC Nr. 193 und Nr. 17: Magnentius, Maiorina von Lugdu- num, 351 n. Chr., LRBC Nr. 221 oder 233, Laffranchi46) Periode IV) führt nun ebenfalls ins Jahr 351 n. Chr. Es sind also Gründe genug vor- handen, um in Verbindung mit der Überlieferung von Kriegshandlun- 75
        

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