schaft gezogen22) worden war. Eine ganze Reihe von Münzschätzen, die in jenen Jahren in den Boden gekommen ist, verrät uns Not und Be- drängnis ihrer Besitzer. Uns interessieren neben den Münzdepots in der Westschweiz23) vor allem die Schätze von Freidorf bei Muttenz (Basel- land), Muttenz (Baselland), Birmenstorf (Aargau), Kempraten (Zürich) und Vättis (St. Gallen)24), die — eine Nachprüfung ihrer Datierung vor- ausgesetzt — an die Ursachen für das Ende der befestigten Siedlung auf «Krüppel» heranführen. Hierzu kommt noch, dass der Ausgräber auf dem Wittnauer Horn beiderseits der römischen Mauer eine Brand- schicht beobachtet hat, die er als Zerstörung am Ende der ersten Be- siedlungsperiode deutet (G. Bersu a. a. O. 36 f. und 91). Obschon ähn- liche Befunde vom «Krüppel», wenn wir von den wenigen eindeutig Brandspuren zeigenden Münzen absehen, nicht vorliegen, können wir mit Sicherheit annehmen, dass die Befestigung «Krüppel» keinen aus- reichenden Schutz bot und die Ansiedlung in den skizzierten Alaman- neneinfällen unter Aurelian oder vielleicht noch den ersten Jahren des Probus ihr Ende gefunden hat. Der Krüppel im 4. Jahrhundert Wenn wir uns nun der zweiten römischen Besiedlungsphase auf dem «Krüppel» zuwenden, so könnte man bei schematisch gehand- habter Münzdatierung in Versuchung geraten, ihren Beginn unter Constantin I. um oder nach 330 n. Chr. anzunehmen. Welches histo- rische Motiv sollte aber dem Aufsuchen der Höhensiedlung in jenen doch recht friedlichen Zeiten unterlegt werden können? Zahlreiche Münzschätze, von denen als Beispiele hier nur die von Metternich25), Mackwiller26) und Regensburg27) (s. Münztabelle Abb. 2) genannt seien, belehren uns, dass im Münzbestand der zweiten Besiedlungs- phase nur Typen enthalten sind, die sich zur Zeit des Magnentius und Constantius Gallus noch in Umlauf befanden. Damit lässt sich Beginn und Ende der zweiten Besiedlungsphase eng zusammenrücken, zumal die nicht zu dem erschlossenen Münzschatz gehörigen Stücke aus jener Zeit nur sehr wenige sind. Auch hier können wir bei der Interpretation wieder von bekannten Ereignissen ausgehen. Nachdem am 18. 1. 350 Magnentius sich zum Augustus hatte ausrufen lassen und sich dann rasch der ganzen westlichen Hälfte des Reiches bemächtigt hatte, bedeutete sein Marsch gegen Constantius II. notgedrungen die 74
        

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