stätigt nun, dass das Kastell tatsächlich erst nach Auflassung oder Zer- störung des Refugiums auf der Anhöhe oberhalb Schaan erbaut wurde1). Im Vorstehenden war des öfteren die Rede davon, dass die früher auf dem Plateau des Krüppels gelegenen Kulturschichten, besonders vom östlichen, höher gelegenen Teil, abgetragen und nördlich und südlich an den Hang geschüttet worden waren. Der westlich vorge- lagerte, etwas tiefer gelegene Teil des Hügels, das Feld IV, mit Bau II (s. Plan), wurde von dieser Umschichtung nicht berührt; hingegen wurden bei diesem Anlass die Mauerreste im Feld III (Bau I) stellen- weise etwa zwei Meter hoch übererdet. Nicht nur die Kulturschichten aus prähistorischer und römischer Zeit, auch noch ein Teil des darunter liegenden Moränegrundes, wurde dabei an den Abhang verfrachtet (vergl. die Abb. 14, 15 u. 16). Zur Zeit der Überschüttung waren die römischen Fundamentmauern auf der Südseite des Hügels (Feld III) und die Ringmauer nur mehr zum Teil erhalten. Die Abtragung muss also in nachrömischer Zeit erfolgt sein. Eine^Planierung, etwa zu land- wirtschaftlichen Nutzungszwecken, kommt wegen der Abgelegenheit des Platzes und wegen des schlechten, unfruchtbaren Untergrundes nicht in Frage. Denkbar wäre aber, dass beabsichtigt war, eine neue befestigte Anlage zu errichten. Wir vermuten deshalb, dass auf Krüppel im Mittelalter eine Burg hätte gebaut werden sollen, und dass zu die- sem Zweck versucht wurde, den Felsgrund blosszulegen, wie dies bei unsern Burgen Alt- und Neuschellenberg und auch bei Gutenberg ge- schah, wo nachweisbar die prähistorischen Siedlungsschichten abge- tragen und die Burgmauern auf den Felsgrund gestellt wurden. Aus irgend einem Grund, wahrscheinlich weil der Fels nicht so leicht zu erreichen war, wurde dann aber die Arbeit nicht mehr weitergeführt. Für die Ausgräber ist diese frühe Zerstörung der Anlagen aus den verschiedenen Besiedlungsperioden auf der Kuppe des Krüppel sehr bedauerlich, da keine stratigraphische Abfolge der prähistorischen Kulturschichten mehr vorhanden war. Für die aufgefundenen prähi- storischen Siedlungsreste, es handelt sich besonders um eine verhältnis- mässig grosse Anzahl von Tonscherben, musste daher eine Bestimmung nur nach typologischen Gesichtspunkten versucht werden. ') Vergl. die diesbezüglichen Ausführungen bei H.-J. Kellner in diesem Jahrbuch. 50
        

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