Abschließend kann gesagt werden, daß die Hühner von Neu- schellenberg kleine schlankwüchsige Tiere waren. Sie waren im Mittel kleiner als die Hühner der Keltenstadt Manching, die ältesten bisher vermessenen Hühnerknochen Mitteleuropas, und auch im Rahmen der bisher bekannten Hühner mittelalterlicher Siedlungen eher klein. Die bisher ältesten bekannten Hühnerknochen aus dem Fürstentum Liech- tenstein, einige wenige Funde aus dem spätrömischen Kastell Schaan (WÜRGLER 1959 S. 276 f), sind im Mittel nur wenig größer. Ganz all- gemein zeichnet sich beim Huhn ebenso wie bei den Wirtschaftstieren Rind, Pferd und Schwein (BOESSNECK 1958, 1958a) in der Römerzeit eine Größenzunahme ab (SCHWEIZER 1961, DRÄGER 1964). Im Mittel- alter sind sie dann wieder klein (SCHWEIZER 1961), zum Teil noch kleiner als bei ihrem Erscheinen in Mitteleuropa in der Hallstatt- Latenezeit. 8. Die Hausgans (Anser anser domesticus) 22 Knochenfunde, höchstwahrscheinlich der Hausgans angehörend, lassen auf keinen hohen Konsum an Gänsefleisch schließen. Die Funde stammen von mindestens 3 Gänsen, von denen eine juvenil war. Nur wenige Knochen sind so weit erhalten, daß sie vermessen werden konnten. Bei einem Humerusfragment wurde die größte Breite distal mit 23 mm mehr geschätzt als gemessen. Der Fund stimmt in der Größe mit Humeri der Graugans überein (s. DRÄGER 1964 S. 25). Auf Burg Starkenstein wurde ein Gänsehumerus mit einer größten Breite distal von 25 mm gefunden (WÜRGLER 1956 S. 72). STAMPFLI (1962 S. 177) rechnet einen Humerus von der Burg Grenchen mit nur 20 mm größter Breite distal zur Hausgans. Einen derart niedrigen Wert fand ich sonst nirgends (vgl. z. B. REQUATE 1960a Tab. 52, DRÄGER 1964 Tab. 7). Zwei Ulnae konnten, obwohl sie stärker beschädigt sind, noch ver- messen werden. 1. Größte Länge (146) (144) 2. Größte Breite proximal — (16) 3. Größte Breite distal 14,5 14,5 4. Kleinste Breite der Diaphyse 7,5 7 237
        

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