1962 S. 102 f, POHLE 1960 S. 268, STAMPFLI 1961 S. 121 f), so ergibt sich, daß die Rinder von Neuschellenberg alles in allem in den oberen Variationsbereich fallen und im Mittel größer waren. Nur die Mittel- werte der Funde aus Haithabu (SIEWING 1960 S. 45 ff) decken sich im ganzen etwa mit denen der Funde von Neuschellenberg und die der Wurt Hessens (NOBIS 1954 S. 186 ff) sind erheblich größer. Die mittel- alterlichen Rinderknochen Süddeutschlands sind etwa gleichgroß (BOESSNECK 1958 S. 152 ff Burgstall, SCHATZ 1963 S. 14 ff) wie die von Neuschellenberg. Nur die frühmittelalterlichen Funde von Burg- heim sind größer (BOESSNECK 1958 S. 152 ff Burgheim). Die Rinder- knochen der Schweizer Burgen sind eher etwas kleiner (WÜRGLER 1956, 1958 (Gräpplang), HARTMANN-FRICK 1957 S. 63 ff, STAMPFLI 1962 S. 172), wenn man von denen von Wädenswil und des Schlosses Hallwil absieht (ZIMMERMANN 1920 S. 27 ff). Unter den Tali fällt einer mit 83 mm lateraler Länge ganz aus dem Rahmen (vgl. DÜRR 1961 Tab. 22 und Diagramm XV). Nach seiner Größe könnte er durchaus von einem 
Ur (Bos primigenius BOJANUS) sein (BOESSNECK 1957 S. 61, BOESSNECK-JEQUIER-STAMPFLI 1963 S. 170). Seine Konsistenz, seine poröse Oberfläche und seine Farbe passen jedoch in keiner Weise zu dem übrigen Fundmaterial und lassen darauf schließen, daß er aus neuer Zeit stammt. So ist die Zuge- hörigkeit zu einem Hausrind aus der Neuzeit das wahrscheinlichste. Diese Vermutung unterstreichen die tiefen Synovialgruben, die zum Os centrotarsale gerichtet sind. Der Fund wurde deshalb bei der Be- rechnung der Mittelwerte außer Acht gelassen. Er ist auch im Dia- gramm I nicht eingetragen. Er würde mit großem Abstand rechts außen liegen. Das andere Extrem bildet ein Talus von nur 49 mm Länge auf der lateralen Seite. Wenn er von einem Jungtier stammen sollte, ist es jedenfalls nicht zu erkennen, denn er ist von kompaktem Bau. Tali von poröser Struktur wurden nicht vermessen. In Diagramm I sind die Breiten-Längen-Indices den lateralen Längen der Tali gegenübergestellt. In der Häufung links und unten dürften die Kühe zu suchen sein. Die Stiere liegen etwas nach rechts verschoben darüber und die Ochsen am weitesten rechts (vgl. MÜLLER 1959 S. 216, DÜRR 1961 Diagramm XIV und XV). Die Bestimmung im einzelnen muß jedoch mit Vorbe- halt geschehen, weil Altersveränderungen und Wuchsformunterschiede zu berücksichtigen sind (NOBIS 1954 S. 172), die aber nicht erkannt werden können. 202
        

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