Das Truppenkommando in Tirol lag in den Händen des Generalmajors Freiherr von Kuhn, eines ausserordentlich befähigten Generals. Seine Verteidigung von Tirol ist ein Ruhmesblatt in der österreichischen Militärgeschichte. Jeder Zuwachs an Verteidigern für Tirol musste willkommen sein und wenn er auch, wie der Liechtensteiner Beitrag, nur klein sein konnte. An der Paßstrasse über das Stilfser Joch hatten am 11. und 16. Juli bei Spondalunga Gefechte stattgefunden, die aber keine Veränderungen an der dortigen Frontstellung zur Folge hatten. Am 21. Juli fand eine Inspektion des Liechtensteiner Kontingents durch den Landesfürsten in Vaduz statt. Am 26. Juli erfolgte der Aus- marsch. Die Schützen trugen auf dem Marsch die leichteren Zwillich- garnituren. Die blauen Tuchgarnituren wurden auf die Munitionswagen verladen. Marschroute über Feldkirch, Bludenz, Landeck, über den Reschenpass nach Mals. Für den Durchmarsch von Bludenz hatte sich die 26 Mann starke Musik-Kapelle des Fabrikanten Gassner zur Ver- fügung gestellt. Die Gegenehrung der Truppe bestand darin, dass sie im Marsch durch die Stadt ihre bunten Tuchröcke trug. In einem ver- schwiegenen Wäldchen vor der Stadt fand der Garniturenwechsel statt. Als Bludenz passiert war, wurden die leichten Garnituren wieder an- gezogen. Am 4. August erreichte das Detachement befehlsgemäss den Zielort Mals. Dort traf sie der Befehl zum Weitermarsch nach Prad (auf österreichischen Generalstabskarten Brad geschrieben). Dort trat die Kompagnie in den Frontabschnitt der Halbbrigade Metz. Major Alexander Edler von Metz, war im Frieden Kommandant des II. Batail- lons des Tiroler Jägerregiments. Seine Halbbrigade bestand aus seinem II. Bataillon, und der 1/2 Raketenbatterie 11/IX. mit 4 Raketengeschüt- zen, d. h. Steilfeuergeschützen, die für den Gebirgskrieg besonders geeignet waren. Zu diesen aktiven Truppen waren in der Halbbrigade noch 10 Landesschützen Kompagnien (darunter die aus Feldkirch und Bregenz, die auch erst nach dem 28. 7. im Abschnitt eingetroffen wa- ren), getreten. Unsere Liechtensteiner wurden bei Ankunft in Prad einquartiert. Notdürftige Kasernierung. Die Gebirgsorte dort waren klein und dicht belegt. Die Liechtensteiner wurden hinsichtlich Unterkunft und Ver- pflegung der k. k. Österr. Armee gleichgestellt, aber die Löhnung der Österr. Soldaten betrug nur 5 Kreuzer pro Tag, dagegen erhielt der Liechtensteiner 11 Kreuzer. 161
        

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