die fast gleiche Uniform auch äusserlich ihren Ausdruck. Sie bestand aus dunkelblauen Kolletts (Frackform) mit roten Kragen und Auf- schlägen. Die Patten an den Ärmelaufschlägen waren verschieden. Bei den Hohenzollern weiss und gelb und blau bei den Liechtensteinern grün. Lederzeug weiss, bei Liechtenstein schwarz, wie damals bei Jägern, Schützen, Füsilieren üblich. In den vierziger Jahren wurden die Kolletts durch Waffenröcke, «rotes» Abzeichentuch durch «grünes» und die Tschakos durch Helme' ersetzt. Helme wie auch die Tschakos, waren der Schutz des Kopfes gegen Hieb und Schlag, besonders gegen den gefürchteten Säbelhieb, den bei der Attacke der Reiter von oben- her gegen den Kopf führte. Zwei Helmarten standen bei Aufgabe des Tschakos zur Wahl, Pickelhaube oder Raupenhelm. Liechtenstein wählte (wie auch Schwarzburg, Gotha, Schaumburg) den seit Jahrzehnten in Bayern bewährten Raupenhelm. Die Raupe bestand aus einer Stoffrolle, die den Hieb bremste und den Schlag abfing. Bei Regen sog sie sich voll Wasser und erhöhte das Gewicht des Helmes. Das war ein gewisser Nachteil. Die damalige Zeit des Biedermeier war uniformfreudig, liebte das Bunte und jedes Land betonte gerne seine Eigenheit durch Anders- gestaltungen einiger Uniformteile. So waren die Tschakos der Liechten- steiner steil (österreichische Form), die der Hohenzollern oben breit (preussische Form). Aber es war nicht nur Eitelkeit oder Partikularis- mus, die das «Verschiedensein» der Uniform oder Uniformteile betonte, sondern auch die Notwendigkeit, Freund und Feind im Ernstfall unter- scheiden zu können. Die zuverlässigste Quelle für die Uniformen der in Frage stehenden Zeit ist das Uniformwerk von Eckert und Monten, herausgegeben von Eckert und Weiss in Würzburg in den Jahren 1830 bis 1840. Handkolerierte Lithographien. Die auf Liechtenstein bezüg- lichen Blätter sind im Museum von Vaduz ausgestellt. Reproduktionen sind als Anlage beigefügt. In Liechtenstein wurden die wehrfähigen Männer durch Losen (man nannte es «Spielen», als ob es ein Glücksspiel wäre, wobei es jedem überlassen bleibt, das «Glück» im Freikommen vom Wehrdienst oder im «Soldatwerden» zu finden) ausgewählt. Im März wurde die Einrückung für April befohlen. Die Rekruten, etwa 10 bis 20 Mann, hatten ,eine Ausbildungszeit von 2 — 3 Monaten zu absolvieren. Dann 156
        

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