FRAGMENT EINER SCHÄDELKALOTTE aus dem, Grabungsfeld IV. Es handelt sich um eine schieftrapezförmige Scherbe eines mensch- lichen Schädeldaches, deren grösste lichte Länge 62 mm und deren grösste lichte Breite 47 mm betragen. Das Stück entstammt dem hin- teren Abschnitt des rechten Scheitelbeines. Der mediane 36 mm lange Rand wird von einer Partie der Sutura sagittalis gebildet und zwar von der Pars obelica, die wie üblich sehr wenig geschlängelt verläuft, und dem Anfang der stärker gezähnten Pars postica. Die anderen drei Ränder sind Bruchkanten. Das rechte Foramen parietale liegt dicht hinter der vorderen — und längsten — Scherbenkante, die rechtwin- kelig auf der Richtung der Pfeilnaht steht. An der Innenseite sind im lateral-vorderen Winkelbereich schwache Endverästelungen von Sulci arteriosi vorhanden, die kurze Verlaufsstrecke der rechten Hälfte des Sulcus sinus sagittalis superioris ist verwaschen und sehr flach. Die Farbe des Fragmentes ist aussen und innen ockergelb, aussen mit par- tiellen diffusen hellbraunen Stellen. Die Knochensubstanz ist ausge- zeichnet erhalten und so hart, dass das Stück beim Fallen auf die Tischplatte einen hellen Ton gibt, fast wie eine Keramikscherbe; es ist aber nicht mineralisiert. Man findet keinerlei Anzeichen dafür, dass das Fragment ins Feuer geraten oder auch nur der Hitze ausgesetzt war. Alle Ränder besitzen die Farbe der Ober- und Unterseiten, in der Spongiosa sitzen überall Erdreste, die nicht einmal beim Waschen her- ausgelöst werden konnten. Auch zwischen den Nahtzacken haftet Erde, das heisst die Brüche sind alt und nicht erst während der Ber- gung entstanden. Zwei der Bruchränder sind annähernd gerade, der dritte ist leicht einwärts konkav, alle drei haben innen und aussen scharfe Kanten, die vorwiegend vertikal übereinander liegen. Es han- delt sich dabei aber nicht um Schnitt- oder Hiebflächen, wie sie beim Durchschlagen oder Durchtrennen der Hirnschale mit einem scharf- schneidigen Gerät entstehen, denn die an sich scharfen Kanten zeigen doch einige feine Zackungen und die Spongiosa ist in den Flächen merklich uneben: derartige Bruchgestaltungen entstehen, wenn man einen dick- und hartknochigen Schädel mit einem stumpfen Gegen- stand wuchtig zertrümmert oder wenn man ihn auf einen festen, am 140
        

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