Nach den Grössten Längen des linken Humerus mit 304 und der linken Ulna mit 237 mm lässt sich eine Körpergrösse von 155 cm bis 156 cm nach Manouvrier und Pearson, nach Bachs neuer Tabelle (1965) — nur mit dem Humeruswert — von 163 cm (+ 3,9 cm) ermit- teln. Die im Habitus ausgesprochen zierliche Alte war danach nicht klein, sondern mittelgrosswüchsig. Über die bereits aufgezeigten schweren Zahnverluste hinaus ist noch zu erwähnen, dass der rechte 2. Oberkiefermolar ein erbsen- grosses kariöses Loch an der Vorderseite aufweist. — Seitwärts neben der rechten Ala vomeris, also auf der angrenzenden basalen Fläche des Corpus ossis sphenoidalis (des Keilbeins), befindet sich eine etwa 10 mm breite unregelmässig begrenzte und etwa 3 mm erhabene knöcherne Wucherung, deren jetzt stellenweise zerstörte Oberfläche eine grobwabige innere Struktur sehen lässt: ein Osteoma spongiosum. — Ganz besonders aber fällt auf, dass der Hypophysengrube auf der Innenseite der Schädelhöhlenbasis eine eigentliche Sattellehne, mithin das Dorsum sellae, fehlt. Es ist lediglich ein winziges unregelmässiges hauchdünnes Leistchen vorhanden. Die davor befindliche Sattelgrube ist nicht querelliptisch eingetieft, sondern weist eine mediane Erhe- bung auf, die bedingt, dass der Boden der Fossa in Seitenansicht nicht nach unten konkav, sondern gerade profiliert ist. Es ist also hier eine erhebliche Miß- oder Umbildung des basierenden knöchernen Schutz- walles der Hypophyse festzustellen. Nun fand sich beim Reinigen des Schädels, das ich eigenhändig vorzunehmen pflege und nicht einer ungeschulten Hilfskraft überlasse, mitten in der Erdefüllung des ge- schlossenen Schädelinnenraumes, also in der Nähe des Türkensattels, ein seltsames völlig unregelmässig moosig-kräuseliges festes Gebilde von ockergelber Farbe und von etwa 33 mm Länge, 27 mm Breite und 22 mm maximaler Höhe. Nach eingeholter geologischer Auskunft han- delt es sich sicher nicht um irgendein Gestein, vielmehr verdichtete sich nach einer ersten medizinischen Begutachtung der Verdacht, es könnte dies ein tumorartiges Gebilde sein. Leider ist die fachkundige Untersuchung noch nicht abgeschlossen, so dass ich nichts Genaueres mitteilen kann. — Bei dem hohen Sterbealter der Toten ist es bemer- kenswert, dass die Wirbel und das Becken keinerlei Randwucherungen, etwa arthritischer Herkunft, aufweisen. 139
        

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