zweiter Weg quer durch das Alpengebiet könnte nach Ausweis eines Stückes von Innsbruck-Fuchseck (L. Franz, Festschrift Rud. Egger 2, 1953, 226, Abb. 2, 1) diese Fibelform einer Bevölkerung des Bodenseerheintales vermittelt haben. Hier ist sie von Chur (Heierli/Oechsli, Mitt. Ant. Ges. Zürich 26, 1903, Taf. 5, 1), vom Castels bei Mels (2 Ex: H. Bessler, Jahres- ber. Hist. Mus. St. Gallen 29, 1931/33, Taf. 3, 13), von Solis (mit Scharnier- statt Spiralkonstruktion: W. Drack, Repert. Ur- u. Frühgesch. der Schweiz 4 1958, Taf. 15, 14) und vom Krüppel bei Schaan bekannt. Parallelen aus dem unmittelbaren Alpenvorland liefern Anhaltspunkte zur Datierung: nicht jünger als die Alamanneneinfälle der ersten Hälfte des 3. Jahr- hunderts dürften Exemplare von Epfach-Dorf (Prähist. Staatssammlung München Inv. Nr. 1956, 1926) und aus Brandgräbern von Schlingen, Ldkr. Kaufbeuren (Bayer. Vorgeschichtsbl. 21, 1956, 97 Abb. 15, 5) und Auf- hausen, Ldkr. Wolfratshausen (Prähist. Staatssammlung München Inv. Nr. 1895, 155, 1) sein. Diese Datierung ist im Hinblick auf die Fundum- stände der alpinen Fibeln wichtig: ausser dem Krüppel bei Schaan sind Castels bei Mels und wohl auch Fuchseck bei Innsbruck-Hötting Stätten spätantiker Befestigungen, in denen unsere Fibeln, zu den ältesten Funden dieser Plätze zählend, gerade noch die Anwesenheit einer mittelkaiserzeit- lichen Frauentracht dokumentieren: Bügelfibeln als Bestandteil der Frauen- tracht hat kein jüngerer Fundkomplex als die Schatzfunde der Alamannen- einfälle (Wiggensbach: Fr. Drexel, Das Schwäbische Museum 1927, 36 Abb. 5, 2. - Wilten bei Innsbruck: Österr. Jahresh. 44, 1959, Beiblatt 43/44 Abb. 19) überliefert. 12) Für freundliche Hinweise danke ich meinem Kollegen Dr. H. Dannheimer. 13) L. Lindenschmit, Die Altertümer unserer heidnischen Vorzeit, Bd. 5 (1911) 230; H. Bott, Bayer. Vorgeschichtsbl. 18/19, 1951/52, 63 ff.; H. Müller-Karpe, ebenda 20, 1954, 138. 14) Für Hinweise habe ich Dr. O. Rochna, Frankfurt am Main, zu danken. 15) H. Lieb, Zur Datierung und Bedeutung einer Altenburger Inschrift, Jahres- bericht der Gesellschaft Pro Vindonissa 1948/49, 22 ff. - E. Ettlinger, Art. Vindonissa, RE IX A 1 Sp. 94. IC) , A. Hild, Die Heidenburg bei Göfis, Jahrbuch des Vorarlberger Museums- vereins 1940, 5 — 16 und 1941, 5 — 10. — F. Jantsch, Spätantike Befestigungen in Vorarlberg, Mitteilungen d. österr. Ges. f. Anthropologie, Ethnologie und Prähistorie 73 — 77, 1947, SA. 6 — 8. — Bei einer Begehung im August 1965 machte mich E. Vonbank dankenswerterweise darauf aufmerksam, dass auf Grund der Verwendung zweier völlig verschiedener Mörtelarten vor allem im NO-Turm wahrscheinlich zwei Bauperioden erkennbar sind. Für diese kämen analog «Krüppel» und Wittnauer Horn und in Anbetracht der historischen Situation die Zeit ab Gallienus und die Mitte des 4. Jahr- hunderts n. Chr. in Frage. I7) A. Hild, Die spätrömische Ruine Stellfeder bei Nenzing, Jahrbuch des Vor- arlberger Museumsvereins 1941, 11-16. - F. Jantsch, a.a.O. SA. 17 — 19. 118
        

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