gemacht werden, alsdann schicke ich es Ihnen zu und Sie mögen dann das Manuscript prüfen und weiter darüber verfügen.2) Nur muss ich bitten, dass das strengste Schweigen beobachtet werde; ich meiner- seits werde nie etwas sagen. In diesen wie in allen andern Dingen, die die Schule betreffen, dürfen Sie auf mich zählen; was ich vermag, werde ich jederzeit thun, und je schlimmer es steht, desto grösser ist der Muth und das Vertrauen auf die gute Sache. Noch kann ich Ihnen im Vertrauen sagen, dass ich aus zuverläs- siger Quelle erfahren habe, dass der junge Hr. Kanzler der grösste Feind unserer Schule ist,3) dass er an den Abt in Einsiedeln geschrie- ben hat, er solle den hiesigen Abt veranlassen, die Schule nicht mehr zu behalten usw. Man sieht also, dass es auf dem Hofe in Chur nicht auf eine vernünftige Vereinigung, sondern auf eine Vernichtung der hiesigen Schule abgesehen ist. Ist sie hier vernichtet und kommt sie unter den Bedingungen nach Chur, die der Schulrath als Ultimatum aufgestellt hat, und gibt man ihm das Recht, den Moderator zu wäh- len, so ist meiner Ansicht nach alle Garantie hin- (fällig für)4) eine bessere Bildung. Denn wenn der Moderator vom Bischof ernannt wird und er die moralische Leitung der Schule und die disciplinarische hat, was soll der Rector thun ? Ich sehe die Schwierigkeit schon hier'3), und der geistliche Stolz will sich nirgends fügen. Diese Unterhandlungen sind nur ein Mittel in der Hand der Curie, die Schule hier zu ruiniren. Denn indem nichts ausgemacht wird, die Sache in suspenso bleibt, bleiben die Partheien thätig, streichen die Nachgiebigkeit der Curie heraus usw. und am Ende ist der Untergang nicht mehr aufzuhalten und sie erhalten alles, was man hat, wie ein Sprichwort sagt, mit dem Unglück noch die Schande. Ganz theile ich Ihre Ansichten, dass man vielleicht schon zu weit gegangen ist. Es ist ja offenbar, dass die auf dem Hofe nicht die Bildung, nicht den Unterricht, nicht das Wohl der ar- men, verwahrloseten katholischen Bevölkerung im Auge haben, sondern ihre Herrlichkeit, ihr Interesse, ihre Anmassung. Wir sind in einer Zeit, wo man mit der Geistlichkeit keinen Händel anfangen muss, wo man sie ruhig ihren Gang gehen lassen muss, wo man auch nicht mit ihr unterhandeln muss, wenn man das weltliche Interesse wahren will. Darum, wenn es möglich ist, auf eine friedliche und für sich ehren- volle Weise abgebrochen mit den Unterhandlungen bis auf bessere Zeiten, bis sie, die Geistlichen selbst, mürbe geworden sind. 90
        

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