sollten, dieser moralische Ruin muss die Schule ruinieren ! — Denn wo kein Vertrauen ist, da ist kein Segen, wo nicht Liebe und Hinge- bung zum Hause, da zerfällt es. Hier wäre also der wunde Fleck. Darum sehet zu, wen ihr in das Land aufnehmet ! Sie verzeihen mir diese Ausbrüche, die vielleicht auf leeren Voraussetzungen beruhen, aber es lehrt, die Augen offen halten. Auch das hilft nicht immer; denn das Böse schleicht im Finstern. Trotz alledem aber habe ich festen Glauben an die gute Sache und sie wird und muss sich halten. Ich glaube nicht, dass Bosheit und Verleumdung so viel vermögen, eine Sache zu stürzen, die nicht Sache einzelner, sondern des Ganzen, die nicht aus unnüzem Grunde, sondern aus dem wahren Bedürfnis des Zwecks hervorgegangen, kurz die eine Sache Gottes ist, des Vaters des Lichtes, und nicht der Menschen ist ! ! Da gewünschte Ubersicht an Lehrbüchern und das Beiliegende (?) werde ich das nächste Mal zusenden, da ich es noch nicht zustande bringen konnte. Mit aufrichtiger Hochachtung verharre Kloster Disentis, 6. Februar 1842. P. Kaiser, Rektor ') Es handelt sich um den Bremgartner Anton Weissenbach (1796— 1889), der in Freiburg im Br. und in Heidelberg die Jura studiert hatte, seit 1828 im Grossen Rate war, zuerst die radikalen Tendenzen seines Kantons unter- stützte, dann aber davon abkam und die Klöster energisch verteidigte und schliesslich 1839/40 als führendes Mitglied des Bünzener Komitees tätig war, dessen Bestrebungen jedoch 1841 erlagen und mit Verhaftung be- straft wurden. Uber Weissenbach siehe Vischer Ed., Rudolf Rauchenstein und Andreas Heusler. 1951, S. 85,225 und Amschwand R., Abt Adalbert Regli, 1956, S. 94-95, 123. Kurz HBLS II. 402; VII. 465. Weissenbach kam weder nach Disentis noch nach Chur. Bazzigher J., Geschichte der bünd- nerischen Kantonsschule 1904, S. 203 f. mit Verzeichnis der Lehrer. 2) An gewissen Besprechungen zwischen dem Schulrat und dem bischöflichen Vertretern nahm jedoch P. Adalbert Baselgia, Dekan des Klosters, im Fe- bruar 1842 teil. Eine Einigung kam nicht zustande. Der Schulrat wollte die katholische Kantonsschule nach Chur verlegen, der Bischof jedoch auf deren Führung mehr Rechte ausüben. Chronica Monasterii II. 119 — 120 zu 1842. 81
        

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