jungen Ordensmänner des Klosters, die doch auch an der Anstalt lehren, erhalten Sümmchen, die beinahe des Namens nicht werth sind. Wie leicht hätte man überdies einzelne Talente derselben auf aus- wärtige höhere Lehranstalten zur weitern Ausbildung schicken kön- nen. Allein das hätte Geld gekostet. Sehr leicht erhielt aber jüngst ein fremder junger Mensch aus Preussen (Pommern) zu neun- hundert Gulden Besoldung noch eine Reiseentschädi- gung von circa ein Paar hundert Gulden für IV4 Dutzend Lehr- stunden wöchentlich, während alle übrigen Lehrer 28 bis 30 Std. wöchentlich haben.2) Souveränes Volk, was sagst du dazu ? Magst du ihm nicht auch noch ein Reisegeld geben? — Mit der Disziplin unter dem Moderator soll's im vorigen Jahre nicht ganz gut gegangen sein und das Kloster deshalb Beschwerde geführt haben. Das war ganz recht, denn allerdings mögen bei einem so höchst schwierigen Ge- schäfte einige Mängel eingetreten sein. Allein gab es während der Moderatur des Aaargauer Grossmoguls nichts zu tadeln?! — Gegen- wärtig sind einige Zöglinge der Anstalt auf Universitäten, um sich zu Professoren für diese Schule bilden zu lassen. Zwei davon sollen besonders Anspruch machen; der Eine, ein braver junger Mann von gut katholischen Grundsätzen, studiert auf der obskuren, d. h. katholischen Universität München und wird daher höchst wahr- scheinlich bei Manchem nicht gut angesehen sein;3) dagegen der An- dere, ein unklarer, verwirrter Kopf und der würdigste Zögling und Liebling des Vorstandes, soll auf einer reformierten Universität studiren, um sich zum Lehrer der katholischen Anstalt zu befähigen.4) Eine reformierte Universität scheint er geeigneter gefunden zu haben, um aufgeklärte katholische Ansichten zu erhalten, wie der Vorstand. Wirklich soll derselbe in dieser Hinsicht schon herrliche Fortschritte gemacht haben. — Sonst, wie man hört, geht es an der Schule ruhig her, nur zwischen dem egoistischen, zweideutigen Vorstande und den Lehrern herrscht kein rechtes E'inverständniss, wie von jeher. Eine gerechte Nemesis ! denn eine Anstalt, die sich absichtlich von der rechtmässigen Kirchenaufsicht getrennt hat, muss am Ende in babylonische Verwirrung gerathen. Wie wir aus sicherer Quelle wis- sen, wollte der St. Galler Erziehungsrath den Vorstand unserer Kan- tonsschule an Henne's Stelle berufen, und Hr. Kaiser erklärte sich zur Annahme bereit; allein noch zur rechten Zeit giengen der dortigen 77
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.