ler an sich fesseln. Er war es auch, der mit der barocken Theater- Tradition brach und 1838 in Disentis Schillers Teil aufführte. Daneben beschäftigte sich Schwarz mit Land und Leuten, mit der Geschichte und Literatur des Bündnerlandes. Hier entstand der Gedanke, alles, was er gesehen und erlebt hatte, in Buchform herauszugeben. Das ge- schah erst 1843, ein Jahr nach seinem Abschied von Disentis, in sei- nem bei Hurter in Schaffhausen herausgegebenen Werke: «Wander- bilder von den Quellen des Rheins bis zum Rheinfall». Hier finden wir eine wunderliebe Schilderung des Disentiser Schülerlebens und der zauberhaften Landschaft an den Ufern des wildfrischen, jungen Rheins. Ähnliches kann man erst wieder ein halbes Jahrhundert später bei P. Maurus Carnot lesen. Im Frühling 1842 verliess Schwarz Disentis und fand an der katholischen Kantonsschule in St. Gallen ein weiteres Wirkungsfeld. Aber schon nach einem Jahr brach seine epileptische Krankheit immer mehr aus, der er auch am 4. September 1844, erst 43 Jahre alt, erlag.11) Schwarz und Kaiser liebten das Bündnerland aus ganzer Seele, Schwarz mehr das neuere romanisch-deutsche, Kaiser mehr das alt- rätische, zu welchem ja auch einst Liechtenstein gehört hatte. Beide liebten Geschichte und Literatur, Schwarz mehr die deutsche, klassi- sche wie romantische, Kaiser mehr die griechisch-lateinische, Schwarz hatte eine fruchtbare Phantasie, er war Romantiker und Idealist, Kai- ser hatte einen nüchternen Verstand und eine gute Beobachtungsgabe, er war ein praktischer Erzieher. Es ist durchaus begreiflich, dass es zu Antithesen kam, wobei die noch nicht ganz gesicherten Verhältnisse der Schule auch eine Rolle spielten. Der Streit wurde erst akut, als in der Schweizerischen Kirchenzeitung 1842 ein Artikel gegen die Kantonsschule in Disentis und dessen Rektor erschien, dessen Verfasser wohl Schwarz nicht selbst war, aber bei dessen Abfassung oder doch Veröffentlichung Schwarz irgendwie beteiligt war. Kaiser nimmt in seinen Briefen öfters darauf Bezug und schilderte seinen Antipoden manchmal nur allzu düster. Vielleicht sah Kaiser erst später, dass bei dem Bamberger Professor die schlimme Krankheit und sein frän- kisches Temperament mitspielten. Schwarz selbst verteidigte in seinen u) Müller I., Das Wirken des Bamberger Romantikers Ignaz Heinrich Schwarz in der Zeitschrift f. Schweiz. Geschichte 25 (1945) 66 — 99. 69
        

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