und bedürfe einer besonderen Lektion. «Denn der Kitzel, sich in Sachen zu mischen, die eben so sehr über, als ausser Ihrem Horizont sind, muss Ihnen vertrieben werden». — «Bemerkung und Ansichten eines dritten unpartheiischen Zeugen und Zuschauers sind mir immer will- kommen, darum nahm ich Sie den 31. ten Märzen (1823) abends gütig auf und liess mich mit Ihnen ins Gespräch ein. Allein Ihr Brief zeigt: statt der Ansicht eines unpartheiischen Zuschauers und Zeugen, einen an mir zum Ritter werden wollenden einfältigen Tropf ohne Einsicht, dem ich hätte die Thüre weisen sollen». — «Aus unserer vierthalb- stündigen Unterredung ist Ihnen gerade das nicht klar geworden, was Ihnen von allen aus hätte werden sollen, nämlich dass Sie überhaupt nichts von mir und meiner Stellung begreifen». — «Dass ich mir in meinem Kopf eine Luftgeburt aufgebaut von Verworfenheit und Un- moralität, in die nicht nur Herr Schmid, sondern auch Herr Pestalozzi rettungslos gestürzt seyn soll, und gegen die zu kämpfen ich von Gott berufen zu seyn vorgebe, oder träume, ist in dem Sinn, wie Sie es nehmen, Herr Donquichotte, eine von Ihren zum Gespenst Ihrer eige- nen Phantasie umgeschaffenen Windmühlen. Sie werden aber von Ihrer Einbildung wie der Ritter von Mancha, statt Lorbeeren, nur Schläge bringen». Niederer verteidigt Punkt für Punkt alle Vorwürfe Kaisers und legt in bösen Worten seine Auffassung dar. «Es findet wirklich Ver- worfenheit und Unmoralität in Ihrem Brief statt. Abgesehen von Aus- drücken und Phrasen litterarischer Polisonnerie, die ich darum über- gehe, besagt derselbe: a) Ich zerstöre etwas Höheres und würdige meine moralische Natur, die ich in andern durch Zerstörung zu retten wähne, herab, b) Ich habe alle Vorschläge zur gütlichen Ausgleichung dieses Streites, des von Schmid gegen mich erhobenen Prozesses, die sogar durch die Behörden gegangen sind, zurückgewiesen, c) Herr Pestalozzi habe noch mehr getan, als er sollte, er sei sogar in mein Haus gekommen, d) Ich habe meine selbstgemachten Vorschläge zu- rückgenommen, e) Ich wolle mich damit entschuldigen, dass ich die letzteren Vorschläge in einem Augenblick der Schwäche entworfen, f) Eine solche Schwäche sey Verstockung und lasse auf den morali- schen Grund meiner Handlungsweise schliessen. g) Klar sey aus allem, dass etwas im Hinterhalte ist, mit dem ich mich scheue ans Tageslicht zu treten, h) Herr Pestalozzi und Schmid stehen zu ihren Rechnungen und haben sie bekannt gemacht. Aber alle diese Punkte Ihres dadurch, 34
        

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