— 21 — zu Basel vermutet, was Zinsmaier (S. 380) für möglich hält. Die Urkunde wurde von FE verfasst (Zinsmaier S. 429) und von einem unbekannten Schrei- ber hergestellt, wobei FE sachliche Angaben der Urkunde von 1194 Mai 22 (Liechtensteinisches Urkundenbuch, hrsg. v. Perret, III n. 13) benützte. Es ist das älteste bekannte, der von ihm unter Friedrich II. verfassten Stücke (Zins- maier S. 380). Die Diplome von FE fallen auf, weil sie sich «mit dem herkömm- lichen Urkundenstil kaum berühren und nur geringe Beziehungen zu den Diplomen der vorhergehenden Herrscher erkennen 
lassen» (Zinsmaier S. 430). «Ein Beamter von exzeptioneller Stellung, der an die Vorschriften über die äussere Herstellung der Urkunden offensichtlich nicht gebunden 
ist» (Walter, Die deutsche Reichskanzlei S. 167). Seine ungewöhnlich langen Arengen (Walter a. a. O. 
S. 158) sind ohne wirklichen Gebrauch von Formularbehelfen unter Einfluss von kirchlichem Sprachgut und der Privaturkunde immer wie- der originell entstanden (Zinsmaier S. 430). Sehr abweichend vom Schema sind bei FE die Formeln des Eingangs- und Schlussprotokolles, die Datierung, die abgesehen von der Arenga, überbetonte Einfachheit (Watter a. a. O. S. 158). FE ist der einzige Beamte der Reichskanzlei, der die verlängerte Schrift so gut wie nie verwendet. (Walter S. 159; Zinsmaier S. 431). — Eigenartige Ausdrucks- weisen von FE enthält auch unsere Urkunde: «ad noticiam omnium fidelium nostrorum etc.», «posteris nostris exemplum relinquimus», «ut nemo Sit etc.» (Siehe auch Zinsmaier S. 431). Zur Archivierung des Originals: Das Original wurde 1535 aus dem von der Aufhebung bedrohten Kloster St. Luzi in Chur nach Feldkirch geflüchtet, wo es im Verzeichnis von 1535 April 18. registriert wird: «Ain lat. Brief von Kayser Fridrich, das er das gotz- haws güeter und die pfarr zu Bendern bestät 
hat». Dann wurde das Original in Bendern archiviert, (JbL. 1923, 38, Büchel) und 1541 November 19. Hess Paler Georg Fürstein durch den Meisler Georg Hohenstein mit Genehmigung des Grafen Johann Ludwig von Sulz (1535 — 1544) das Original abschreiben und übersetzen. Es mochte dann als Beweismittel im Streit um Zehntrechte im Haag (St. Galler Rheintal) gedient haben. (Vgl. die Ausführungen zur Ur- kunde n. 1 in diesem Band). Im Jahre 1841 März 16. wurde die Urkunde zusammen mit einem Brief Kaiser Maximilians (1507) ausgehoben und nach Feldkirch gebracht: «B 1214 Fridericus secundus Rom: R: Benduranam donationem/ confirmat 
...» (es wird der Brief Kaiser Maximilians vom Jahre 1507 erwähnt). «Diese beiden Urkunden sind ausgehoben und dem Berichte/ vom 16. März 1841 3648/55. I Dom: in die kk Kammeral/ Bez. Verwalthung ad No. 1635/46 XII angelegt worden» (Pfarreiarchiv Bendern, Mappe 28). Der in der Archivnotiz erwähnte Bericht mag mit dein Verkauf der Güter von St. Luzi in Bendern zusammen- hängen. ( 
Th. v. Mohr konnte zu Mitte des 19. Jahrhunderts die Urkunden anfäng- \iich':nicht auffinden (vgl. Mohr Th. v. Codex Dipl. /., Chur 1848/52, S. 254). • 
IN* t Ii Einige Jahre später vermerkt von Mohr (l. c, II. Chur 1852/54, 290 f.), die
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.