8. Die Größe von Ziege und Schaf entspricht derjenigen auf dem Lutzengüetle. Auf die Angabe des Mengenverhältnisses der beiden Arten wird verzichtet. — Die Ziegen sind im weiblichen Geschlecht säbelhörnig; die Böcke hatten größere und leicht gedrehte Hornzapfen. Das weibliche Schaf der Frühbronzezeit zeigt kurze, gebogene Horn- zapfen mit elliptischem Querschnitt; die Widder trugen ein schweres, gewundenes Gehörn. Diese Kopfwaffen gleichen denjenigen des nun ausgestorbenen «Nalpserschafes» aus Graubünden. 9. Die Rinder sind wohl klein, aber nicht zwerghaft. Ihre Größe entspricht derjenigen der Rinder vom Lutzengüetle (Widerristhöhe zwischen gut 1 m und 1,30 m). Der dort festgestellte Größenrückgang von der Bronze- zur Eisenzeit konnte bestätigt werden. Hinweise auf verschiedene Rinderformen fehlen. Mit Ausnahme der Horgenerschicht konnten in allen Epochen auch Stiere, in der Metallzeit auch Ochsen nachgewiesen werden. — Der Anteil der mit weniger als 3 Jahren geschlachteten Tiere nimmt von ca. 45 % in der Frühbronze auf etwa 17 %' in der Eisenzeit ab. Die entsprechenden Raten auf dem Lutzen- güetle sind fast gleich hoch. 10. Die an den Knochen gefundenen Schnittspuren häufen sich im Gebiet der Gelenke. In der Eisenzeit fallen einige Schnittspuren durch Größe und Tiefe auf, was mit wirkungsvollen Eisenwerkzeugen in Zusammenhang gebracht wird. — Die Unterkiefer von Schwein und Rind sind quer zerbrochen und unten geöffnet. So konnte auch im Innern des Kiefers alles Eßbare erreicht werden. 11. Bei Schaf (?) und Rind wurden einige pathologische Erschei- nungen und Anomalien 
beobachtet: Osteodystrophia fibrosa an einem Metatarsus eines Schafes (event. Ziege) und an 2 Unterkiefern des Rindes; Knochendeformation durch Osteophytenwucherung an einem Scaphocuboid des Rindes; ebenfalls beim Rind 3 Fälle von Verwach- sung des Scaphocuboid mit Tarsale 2 + 3; eine an «Schale» des Pfer- des erinnernde Deformation einer 1. Rinderphalanx. Bei einem Unter- kiefer des Rindes fehlt P2 (Oligodontie), bei 2 weitern ist Ma abnorm abgenützt (Kauflächenstufe beim Talon). Auffallend ist, daß alle diese Erscheinungen in der eisenzeitlichen Schicht gefunden wurden. 12. Um die Faunenbilder von Borscht und Lutzengüetle vergleichen zu können, wurden die Erkenntnisse von H. R. STAMPFLI (1963) über 250
        

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