3. Die Wildknochen stammen durchwegs von Jagdtieren. Es wur- den nachgewiesen: 
Biber (Castor fiber L.), 
Braunbär (Ursus arctos L.), Wildschwein (Sus scrofa L.), 
Edelhirsch (Cervus elaphus L.), Reh (Capreolus capreolus L.), 
Steinbock (Capra ibex L.), 
Ur (Bos 
primi- genius BOJANUS). Mengenmäßig dominiert in den 3 neolithischen Schichten der Edelhirsch. In der frühen Bronzezeit und sehr deutlich in der Eisenzeit steht der Ur an erster Stelle (Abb. 15), was für unser Gebiet neu ist. Die Wildschweinquote nimmt im Laufe des Neolithi- kums ab, erreicht aber in der Frühbronze den Stand des Frühneolithi- kums wieder (um 15 %). 4. Unter den Haustieren konnte der Hund nur in der Eisenzeit gefunden werden. Für die Frühbronzezeit hat ihn E. KUHN bereits 1937 nachgewiesen. In den fundarmen neolithischen Schichten traten keine Hundereste auf; diese Tatsache wird als zufällig beurteilt. -- Ebenfalls erst von der frühen Bronzezeit an fanden sich spärliche Reste des Pferdes, welche als Hauspferdreste angesehen werden. — Die Wirtschaftstiere, Schwein, Ziege/Schaf und Hausrind, sind gut vertre- ten, wobei mengenmäßig das Rind in allen Schichten mit rund 45 — 60 °/o klar obenausschwingt (Abb. 17). 5. Der Hund ist in der Frühbronzezeit durch ein sehr großes Tier mit 238 mm Schädelbasislänge vertreten (E. KUHN 1937). In der Eisen- zeit konnte ein kleiner Torfhund neben einer weitern Form von Schä- ferhundgröße (Schädelbasis 180 — 190 mm) nachgewiesen werden, dessen Unterkiefer etwas verkürzt ist. 6. Unter den in der frühbronzezeitlichen Schicht gefundenen Pferde- zähnen fällt einer durch Größe und ein komplizierteres Schmelzfalten- bild auf. Aus der Eisenzeit liegt vom Pferd einzig ein Naviculare (Os tarsi centrale) vor. 7. Die Schweine halten sich in ihrer Größe im Rahmen der auf dem Lutzengüetle gefundenen Tiere. Eine dort in der Bronzeschicht festgestellte Ausweitung der Variationsbreite gegen unten konnte nicht bestätigt werden. Auffällig ist der hohe Anteil männlicher Tiere in der Frühbronze- und Eisenzeit. Die Frühbronzeschicht zeichnet sich ausser- dem durch eine hohe Rate adulter Tiere (um 50 %) aus, während in der Eisenzeit rund 25 % aller festgestellten Tiere erwachsen sind. 249
        

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