großen Fundzahlen — auffällt. Die rein frühbronzezeitliche Station Arbon-Bleiche (E. KUHN & A. GÜLLER 1946) sowie die früh- bis mittelbronzezeitliche Siedlung Crestaulta, Kt. Graubünden, (J. RÜEGER 1942) weisen, wie der Borscht in der Frühbronze, sehr geringe Wild- quoten auf: 4,1 bzw. 2,7'%. In den bronzezeitlichen Schichten der Mottata Ramosch und des Montlingerberges (F. E. WÜRGLER 1962, 40) sieht man den Wildanteil von der Mittelbronze zur Spätbronze ganz erheblich ansteigen. In den bronzezeitlichen Schichten des Lutzen- güetle konnten die verschiedenen Stufen dieser Epoche nicht ausein- andergehalten und getrennt untersucht werden, so daß die Entwick- lung innerhalb der Bronzezeit nicht studiert werden konnte. 3. Die Wildtiere (Abb. 15) Die Wildtierliste ist im Vergleich zum Lutzengüetle arm. Es fehlen Steinmarder, Wolf, Fuchs, Wildpferd, Elch, Gemse Wisent und Sumpf- schildkröte. Die Wildfauna um diese beiden so nah beisammenliegen- den Siedlungen war ohne Zweifel identisch, doch gehören die fehlen- den Arten alle zum in prähistorischer Zeit weniger gejagten Wild. Ihr Fehlen darf darum als rein zufallsbedingt angesehen werden. Wir wenden uns nun den wichtigsten Jagdtieren, Wildschwein, Edelhirsch und Ur, zu: In den drei neolithischen Schichten dominiert zahlenmäßig — wie gewöhnlich — der Hirsch. Die übrigen Spezies stehen weit hinter ihm zurück. Diese Situation ändert sich mit dem Beginn der Bronzezeit: In der frühbronzezeitlichen Schicht und in der Eisenzeit übernimmt der bis dahin zurückstehende Ur die Führung. Diese Situation ist für unser Gebiet neu. Durch die Arbeit von H. R. STAMPFLI (1963) sind wir heute besser in der Lage, Urknochen von Hausrindresten zu unterscheiden. Es wäre darum nötig, die Er- gebnisse der Studie H. R. STAMPFLIs konsequent auf früher unter- suchtes prähistorisches Knochenmaterial anzuwenden und das Men- genverhältnis Wildtiere/Haustiere und das Verhältnis der Wildtiere untereinander neu zu überprüfen. Ich habe für das Lutzengüetle die Probe aufs Exempel gemacht und anhand der von H. R. STAMPFLI herausgearbeiteten Grenzwerte die Ur- knochen aus den Rinderknochen herausgesucht. Diese Aussonderung wurde rein schematisch anhand meiner Publikation (1960) vorgenommen. Das Ergeb- nis ist in Tab. 31 und Abb. 16 niedergelegt: Der Anteil der Wildtierknochen 244
        

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