Die Hausrinder unserer Station sind im allgemeinen größer als in Burgäschisee-Süd. Die Stiere und Ochsen können darum die kleinsten Individuen der Wildform erreicht oder übertroffen haben, so daß im Grenzbereich eine Unsicherheit in der Zuteilung entstand, dies beson- ders dann, wenn allein auf Breitenmaße abgestellt werden mußte. Es ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, daß die kleinsten Maße von Urknochen ganz wesentlich niedriger liegen als die entsprechen- den rezenter Zuchtrassen. So beträgt z. B. die größte proximale Breite des Metacarpus bei der Braunviehkuh «B. t. 3» des Z. M. 75,5 mm, während H. R. STAMPFLI (1963, 162) Maße von 66 mm an aufwärts dem Ur zuteilt. Ob nun der eine oder andere Knochen falsch zugewiesen wurde oder nicht, fest steht jedenfalls, daß der Ur in der Gesamtheit der Funde keine wesentliche Rolle spielt (Tab. 19 u. 30). Er scheint nur als gelegentliche Jagdbeute in die Siedlungen auf dem Borscht gelangt zu zu sein. Seine Populationsdichte muß bei uns aus klimatischen und besonders aus topographischen Gründen recht gering gewesen sein, ist er doch auch in andern prähistorischen Siedlungen unseres Gebietes jeweils nur relativ schwach vertreten (z. B. in Egolzwil 2: K. HESCHE- LER & J. RÜRGER 1939 und 1942; in Obermeilen: E. KUHN 1935; in Zürich-Alpenquai: E. WETTSTEIN 1924; auf dem Lutzengüetle: H. HARTMANN-FRICK 1960). Nichts weist bis heute darauf hin, daß Tabelle 19 Bos primigenius Fundübersicht Zeit Objekte KNOZ MIZ EZ 1 Mandibuia, 1 M3 inf., 1 Radius, 2 Metacarpalia, 1 1. Phalanx, 2 3. Phalangen 8 2 fBZ 1 M3 sup., 1 M3 inf., 1 Humerus, 1 Radius, 2 Meta- carpalia, 4 1. Phalangen, 2 3. Phalangen 12 3 Ho 1 1. Phalanx 1 1 MB 1 Metacarpus, 1 Astragalus, 1 Metatarsus, 1 2. Phalanx 4 1 Rö — 0 0 Total 25 7 der Ur zwischen Alpen und Jura in den Hausstand übergeführt wor- den wäre. Im Gegensatz dazu hat S. BÖKÖNYI im Neolithikum der ungarischen Ebenen Siedlungen getroffen, die über 50'% Urknochen lieferten (1959, 53 — 55, 89), so daß er die Jungsteinzeit seines Landes 226
        

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