Noch etwas größer ist der Unterkiefer 41/313. Von ihm ist nur der prämolare Teil erhalten. Die Prämolaren stehen etwas lockerer als beim eben beschriebenen Stück. Deutliche Usurspuren an P4 verraten ein älteres Tier. In der Größe entsprechen beide Kiefer denjenigen aus Bern-Enge- halbinsel (latene-römisch, E. KUHN, 1932). Beide reichen auch in die Längenvariation der bronzezeitlichen Hunde von Zürich-Alpenquai hinein, welche E. WETTSTEIN (1924, 87) als C. 
/. inostranzewi ANUT- SCHIN taxiert hat. Die größte Dicke des Kiefers überwiegt jedoch beim Kiefer vom Borscht, was bei einem direkten Vergleich der Ob- jekte sofort auffällt: Die bronzezeitlichen Kiefer von Zürich sind deut- lich leichter, eleganter, im Profil gesehen vorn zugespitzter, mit klei- neren Eckzähnen ausgestattet. Ähnliches wäre zu sagen vom Unter- kiefer aus der latene-zeitlichen Station Schneller (FL; E. KUHN 1951, 252). In Tab. 4 sind die Maße an den Objekten vom Borscht und vom Schneller denjenigen eines rezenten Eskimohundes gegenübergestellt. In der Tabelle wurde auch ein Unterkiefer aufgenommen, welchen E. KUHN (1937, 10— 12) beschrieben hat. Dieser Kiefer, der ebenfalls vom Borscht stammt, gehörte einem sehr großen Hund. Das Fingerglied paßt in seiner Größe zu den beiden Unterkiefern (Länge total 31,5; Br. prox. 9,7; Br. Diaph. 6,7; Br. dist. 8,4). Das Schienbein dagegen ist mit einer distalen Breite von 15,5 mm klein. Es gab demnach in der Eisenzeit auf dem Borscht neben den größern Hunden auch kleine «Torfspitzer», wie sie uns von den neolithischen Seeufersiedlungen der Schweiz bekannt sind. Eine Zusammenstellung der Ergebnisse über die Hunde aus den metallzeitlichen Schichten der drei Stationen auf dem Eschner Berg (Tab. 5) zeigt, daß, ganz generell betrachtet, sowohl in der Bronze- ais auch in der Eisenzeit zwei Hundetypen gehalten wurden: eine kleine, spitzerartige Form, die wir Torfhund nennen, und Hunde, welche in der Größe mit Schäferhunden vergleichbar sind. Trotz der geringen Fundzahl läßt sich für beide eine erhebliche Größenvariation nachweisen, so daß die Frage berechtigt erscheint, ob von einer grös- sern Fundzahl nicht ein gleitender Übergang von der einen zur andern Form erwartet werden dürfte. 202
        

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