ganz ähnlicher Kamm wie der unsere, jedoch ohne Wellenlinienver zierung, stammt aus Carnuntum.2) Frau Dr. E. Ettlinger, Zürich, macht uns auf einen ähnlichen spät- römischen Kamm mit geraden Schmalseiten aus Schiers aufmerksam.3) Der Kamm von Schiers trägt aber an den Enden der Verstärkungs- auflage eine Strichverzierung, wie sie bei uns die Beinschnitzereien aus dem Kastell Schaan und die 1962 auf «Krüppel» ob Schaan ge- fundenen verzierten Beinplättchen aufweisen. Zu dem als Verzierung verwendeten Wellenband kennt sie auch keine Vergleichsstücke. Da in Schaan andere Beifunde fehlen, möchte sie die Frage nach der Datie- rung noch offen lassen. Nach freundlicher Mitteilung von Dr. R. Moosbrugger, Basel, sind Gräber mit Leistenziegeln in der Nähe römischer Siedlungen auch noch in merowingischer Zeit möglich. Auch als Typus könnte dieser zweireihige Kamm merowingisch sein, wenn auch das Wellenband als Dekorationsmotiv sonst nicht geläufig ist. Man könnte an eine ein- heimische provinzielle Werkstatt denken. Bei den Ziegeln handelt es sich um römische Leistenziegel, wie sie in grösseren Mengen auch im spätrömischen Kastell von Schaan, das nicht ganz 100 Meter südlich der aufgefundenen Gräber liegt, gefunden wurden. Einer der Ziegel trägt zwei Handmarken (3 konzentrische Halbkreise am Ziegelrand). Es ist fraglich, ob die Gräber spätrömisch sind oder ob sie bereits der frühen Völkerwanderungszeit angehören. Die aufgefundenen Skelette müssen noch untersucht werden. :) Der Römische Limes in Österreich, Heft VI, S. 111, Fig. 69. s) Bündner Monatsblatt 1962, S. 79 ff. Hans Erb, Bau- und Grabfunde aus christlicher Frühzeit in Schiers, Abb. 6, S. 86. 183
        

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