keine direkten Hinweise auf eine Benützung der Bözbergstrasse in der Römerzeit gefunden hat, so glaubt er doch, dass die im Felsen stark eingefahrenen Geleise für eine sehr weit zurückreichende Benutzung sprechen. In einem Aufsatz «La voie romaine des Gorges de Cavatannaz sur Yverdon» beschreibt V.-H. Bourgeois eine Strasse, die dort, wo sie über den Felsgrund verläuft, eine Spurenbreite von 1,08 m bis 1,10 m aufweist.2) Wo auf der Jurapaßstrasse über den Oberen Hauenstein felsiges Gelände durchquert werden musste, sind künstliche Geleise mit einer Spurweite von 1,2 bis 1,3 Meter, vom äusseren Rand der Geleise ge- messen, eingeschnitten.3) Eine von W. U. Guyan untersuchte Römer- strasse bei Schaffhausen hatte eingetiefte Karrengeleise mit einem innern Abstand von 75 cm und einem äusseren von 1,54 Meter.4) Es gibt also in der Schweiz, besonders in der Westschweiz, römi- sche Strassen, die Fahrrillen von gleicher Spurbreite aufweisen, wie das in Schaan gefundene Strassenstück.5) Der Erforscher des römischen Strassennetzes im Allgäu, Dr. Richard Knussert in Kempten, der die Situation in Schaan besichtigt hat, hegt einige Zweifel am römischen Ursprung der Strasse, weil die von ihm untersuchten Strassenkörper immer eine Breite von wenigstens 4 Metern, meist von 5 Metern, aufweisen, die Via Claudia Augusta nördlich von Füssen sogar bis 9 Meter breit sei und weil in Schaan, wenigstens an dieser Stelle, ein eigentlicher Unterbau nicht nachge- -) V.-H. Bourgeois, La voie romaine des Gorges de Cavatannaz sur Yverdon, im Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Neue Folge, XXV. Band, 1923, 4. Heft. 3) Burckhardt-Biedermann, Die Strasse über den Oberen Hauenstein am Basler Jura, in Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, 1. Bd. 1. Heft, S. 10. J) Ur-Schweiz VII (1943) S. 64 und Stähelin, Die Schweiz in römischer Zeit (3. Aufl.) S. 339, Anmerk. 1 u, S. 365, Anmerk. 5. 5) Viele Literaturangaben zum Thema «Geleisestrassen» bringt Leonhard Franz in seinem Aufsatz «Alte Geleisestrassen in Tirol» in den «Ver- öffentlichungen des Museums Ferdinandeum in Innsbruck», Bd. 51, Jahrg. 1951, S. 133 ff. 178
        

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