Ein römisches Strassenstück in Schaan ? Anlässlich einer Strassenkorrektion im «Schmiedgässle» in Schaan, im Sommer 1963, wurde vom Baugeschäft Wenaweser in Schaan die Meldung erstattet, dass unter der jetzigen Strassenoberfläche ein Stück einer alten, gepflästerten Strasse freigelegt worden sei. Die Stelle liegt etwa 70 Meter westlich vom Turm der alten Kirche und dem Friedhof (Koordinaten 757.170/226.240 — Übersichtsplan «Fürstentum Liechten- stein», 1 : 10000, Blatt 2 Schaan). Die mit plattigen Steinen gepflästerte Strecke war 12 m lang, war aber schon früher an einer Stelle beim Legen einer Leitung quer durchgraben worden. Die Steinplatten weisen zwei parallele Fahr- rinnen auf, die bis zu 10 cm tief ausgefahren waren. Der Abstand der Fahrrillen betrug von Mitte zu Mitte durchschnittlich 1.00—1,05 Meter. (Vergl. Photos). In der nördlichen und südlichen Fortsetzung hatte die Strasse nur mehr einen grobkiesigen Belag, die Fahrrillen waren aber auch hier noch gut erkennbar. Die Pflästerung war offensichtlich nicht mehr in ihrer ganzen Breite vorhanden und schon bei früheren Grab- arbeiten zerstört worden; wo sie noch erhalten war, reichte sie nur mehr etwa 30 — 50 cm über die Fahrrillen hinaus, so dass die Strasse an den am besten erhaltenen Stellen noch 1,60— 1,80 Meter breit war, was sicher nicht der ursprünglichen Strassenbreite entspricht. Nach Felix Stähelin, «Die Schweiz in römischer Zeit», (3. Aufl. S. 338) war der Unterbau der römischen Strassen in der Regel nicht mehr als 2V2 bis 3 Meter, zuweilen 4 — 5 Meter breit. Am nördlichen Ende des Steinbelages haben wir die Strasse etwa 1 Meter tief durchschnitten. Auffallend war, dass keine eigentliche Strassenbettung festzustellen war. Es scheint, dass eine solche auf dem harten, grobkiesigen Untergrund, der aus Rüfeschotter besteht, nicht für nötig erachtet wurde. Bei der Freilegung der Steinpflästerung wurden viele stark verrostete Eisenteile und Nägel gefunden, dabei solche mit breiten, stark abge- schliffenen Köpfen, die wahrscheinlich von Radbeschlägen abgefallen waren, aber auch solche, die von Hufbeschlägen stammen könnten. Es ist naheliegend, hier an die Reste einer römischen Strasse zu denken, denn sie verläuft genau in Richtung auf das spätrömische Kastell zu, das nur etwa 500 Meter weiter südlich liegt. Da die Rillen 174
        

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