noch besser erhaltenen Stellen der Schneide ist eine feine Strichver- zierung sichtbar, die nach innenzu durch eine umlaufende Linie be- grenzt ist. Diese Art der Verzierung an Lanzenspitzen scheint selten zu sein. Müller-Karpe erwähnt eine Lanzenspitze aus Prien, Ldkr. Rosen- heim, mit feingraviertem Schrägstrichband entlang der Schneide.1) Bei unserem Fund war in der beidseitig durchbohrten, 11,8 cm tiefen Tülle noch ein Holzrest erhalten geblieben. Dieser wurde von Dr. Maria Hopf in Mainz untersucht und bestimmt. Dem Untersu- chungsbericht entnehmen wir folgendes: «Die Spitze des hölzernen Lanzenschaftes ist 7,5 cm lang. Die Metallspitze hat vor mechanischer Beschädigung und Befall durch Mikroorganismen geschützt, so dass das Holz hervorragend erhalten ist und nur eine leichte Grünfärbung durch Metalloxyde aufweist... Es handelt sich um Eschenholz — Fraxinus cf. excelsior L. Die Jahresringbreite von 0,5 mm lässt auf ein raschwüchsiges Holz schliessen ... Es kann nicht festgestellt werden, ob die Lanze aus einem starken, älteren Stamm oder aus einem jün- geren, schlanken angefertigt wurde. — Für die Herstellung von Lanzen wurde in vorgeschichtlicher Zeit bevorzugt Eschenholz gewählt.» Mit diesem Fund von der Alp Sücka gelangt die erste Bronzelan- zenspitze in unser Museum. Im Vorarlberger Landesmuseum befindet sich ein kleineres, nur 13,6 cm langes Stück, das bei Ruggell, 2,20 m tief im Torf, gefunden wurde. Nach dem XXIV. Jahresbericht des Vorarlberger Museums-Vereins, 1885, wurde aber diese Lanzenspitze zwischen Ruggell und Nofels, auf Vorarlberger Gebiet, gefunden.2) Lanzenspitzen sind im allgemeinen schwer zu datieren, weil sie oft als Einzelfunde oder ohne kennzeichnende Beifunde auftreten. Die Lanzenspitze von Sücka dürfte der Urnenfelderkultur, etwa der Zeit um 1000 v. Chr. (Stufe Ha A) angehören. ') Müller-Karpe, Beiträge zur Chronologie der Urnenfelderzeit nördlich und südlich der Alpen (Tafel 197, L 1). -) XXIV. Jahresbericht des Vorarlberger Museums-Vereins, 1885, 5. 4; ferner: Vonbank, Liechtensteiner Bodenfunde im Vorarlberger Landesmuseum, in Jahrb. des Historischen Vereins f. d. F. L., Bd. 54, S. 119/120 (Tafel 2, Abb. 6). 173
        

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