Damit nimmt Pater Johannes Erkenntnisse vorweg, die erst die Päda- gogik des zwanzigsten Jahrhunderts (Kerschensteiner und andere) für sich buchen konnte. Auch als Didaktiker hat sich Pater Johannes bewährt. Vom sturen Auswendiglernen hält er nichts. (Wir müssen immer daran denken, dass wir uns im 18. Jahrhundert befinden; heute erscheint uns das selbstverständlich !) Frage und Antwort sollen die Mitte des Unter- richts bilden, Unterredungen der Lehrer mit ihren Schülern, aber auch der Schüler untereinander. Gemeinsame Diskussionen also ! Das klingt wieder sehr modern. Das Wichtigste in der religiösen Erziehung ist ihm das Lesen der Heiligen Schrift. Darin könne man die Schüler nicht genug unter- weisen. Man solle endlich die stumpfsinnigen Streitfragen fallen lassen und sich lieber dem lauteren Gottesworte zuwenden. Was nütze es einem Schüler, wenn er wisse, dass es unter den Theologen Molinisten. Thomisten, Skotisten, Recentioristen und Augustinianer gebe ! Das fördere die religiöse Bildung in keiner Weise, meint der Schulmeister Pater Johannes, und wir müssen ihm beipflichten. Heute sind wir daran, diese Erkenntnisse in unsere Gymnasien einzubauen. Es zeigt sich uns also das Bild eines aufgeschlossenen und doch vorsichtig abwägenden Pädagogen, der in die Geschichte des Stiftes Einsiedeln eingegangen ist, leider nicht als Liechtensteiner; er hat sich in seinem Schrifttum nie dazu bekannt, sondern sich stets als Schweizer gefühlt. Ist das das Los aller bedeutenden liechtensteinischen Geistes- männer ? so fragen wir uns. 162
        

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