teils in Seefelden im Tirol. Er starb im Kloster am 2. August 1805, 74 Jahre alt. Das sind die äusseren Lebensdaten, so wie sie im Profess- buch zu finden sind'). In der Stiftsbibliothek zu Einsiedeln liegen verschiedene Schriften von Pater Johannes, gedruckte und ungedruckte. Er muss ein wort- gewaltiger Prediger gewesen sein; seine Predigt zur Engelweihe des Jahrs 1760 ist uns erhalten. Auch um das religiöse Leben im Orden war er besorgt. Zu diesem Zwecke übersetzte er die «Conferenzreden über die Pflichten der Ordensleute» des Don Benoit Vincent aus dem Französischen ins Deutsche. Solche Werke trugen aber den Namen des Verfassers nicht in die Welt hinaus. Das waren sozusagen ordensinterne Schriften. Bekannt geworden ist Pater Johannes vor allem durch seinen Aufsatz: «Von Verbesserung der Schulen», erschienen in der «Historischen, Philo- sophischen und Moralischen Wochenschrift», Luzern 17992). Auf diesen Aufsatz wollen wir nachher etwas eingehen. Ferner hat er eine Komödie für das Einsiedler Rosenkranzfest ver- fasst. Sie ist auszugsweise gedruckt. Auch «Varia historico — polemica» zählt Henggeier unter den gedruckten «opera» auf. Unter den unge- druckten Schriften fällt ein langatmiger Titel besonders auf: «Kurze Berichtigung der katholischen Glaubenslehre zur Hebung alles un- richtigen Missverstandes, zur Beförderung freundschaftlicher Erträg- lichkeit der sich so nahe verwandten reformierten und katholischen Glaubensgemeinden, von einem katholischen Ordensgeistlichen gegen einen Freund in Zürich gestellt». Hier ist ein Thema genannt, das Pater Johannes auch im oben zitierten Aufsatz aufgreift — offenbar ein Thema, das ihm sehr am Herzen liegt: die Verständigung zwischen Katholiken und Protestanten. Er ist nicht der einzige, der im 18. Jahr- hundert für ein neues Verhältnis zwischen den beiden Konfessionen eingetreten ist. Dass er es als katholischer Ordensgeistlicher tat, ist bemerkenswert. Es entspricht aber durchaus den Bemühungen der Auf- klärung. Der grosse Philosoph Leibniz strebte dasselbe an. ') Henggeier, Rudolf. — Professbuch der fürstl. Benediktinerabtei Unserer Lie- ben Frau zu Einsiedeln. Zug 1934. 4°. S. 425 - 426. 2) Der Aufsatz ist zu finden o. c. S. 82 - 96, 124 - 144, 177 - 192. 158
        

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