sprudeln des angeregten Gefühls etwas erlaubt, was der Hofrath nim- mermehr gewagt haben würde. Er schlug nämlich seinem Landesherrn, welcher mit einem allgemeinen Tröste ihn entliess, als er, zum Behufe einer ehelichen Verbindung mit seiner Geliebten, um eine Stelle zu sollizitiren, in Audienz sich eingefunden hatte, die Thüre so hart zu, dass der erstaunte Souverain viel zu spät von seiner Überraschung sich erholte, um den verwegenen Burschen verhaften zu lassen, denn er hatte schleunigst die Kaiserstadt zu verlassen sich beeilt, woselbst sein arbiter vitae damals sich aufgehalten hatte.17) Kaisers dichterischen Versuchen müssen wir kaum überragenden künstlerischen Wert zumessen. Münchs Bericht über die Englisch- Kenntnisse Kaisers finden wir in einer weiteren Quelle bestätigt. Im Sommersemester 1818, Wintersemester 1818/1819 und Sommersemester 1819 erscheint Peter Kaiser im Vorlesungsverzeichnis der Universität Freiburg i. Br. als Lektor des Englischen. Aus dem Bewerbungsschrei- ben an das Konsistorium der Universität um die Stelle eines öffent- lichen Lehrers der englischen Sprache v. 22. Februar 1818 
18) erfahren wir von ihm selbst, dass er die englische Sprache, «sowohl die richtige Art der Aussprache wie des Schreibens« vom Munde eines Engländers auf einer gemeinsamen Italienreise gelernt habe. Professor von Rotteck hatte die Bewerbung Kaisers zu begutachten. Rottecks gleich witzige wie kritische Begutachtung lautet: «Diese Schrift ist zwar nicht ganz frey von Fehlern, und lässt überhaupt in Ansehung der Fassung ver- 7) Es handelt sich offenbar um ein Vorkommnis in Wien. Während des Wiener Aufenthaltes Kaisers (1810-1817) war Johann I. (1760-1836) liechtensteinischer Regent. Fürst Johann I. von Liechtenstein war ein überragender Heerführer; er unterzeichnete für Österreich den Frieden von Wien 1809 mit Napoleon. Fürst Johanes I. regierte von 1805 bis 1836. Peter Kaiser fand für die Regierungszeit Johann I. nicht viel anerkennende Worte. Vgl. dazu auch: Karl von In der Maur: Feldmarschall Johann Fürst von Liechtenstein und seine Regierungszeit im Fürstentum, Jb. 5 (1905), S. 149 — 216, worin In der Maur Kaiser der Einseitigkeit bezichtigt. Falls die nur von Münch zitierte Begebenheit in Wien den Tatsachen entspricht, wäre dies vielleicht ein persönliches Motiv Kaisers für die eher negative Darstellung der Regierungszeit Johann I. 8) Freiburg i. Br.: Universitätsakten PVc4; « . . . my having made a voyage in Italy in Company of an Englishman, from whose mouth i had the occasion to learn the veritable manner both of pronouncing as well as writing after the genius of the above-mention'd tongue . . . ». 15
        

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